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Mit dem "New York State Consumer Protection Board" (CPB) fordert erstmals eine staatliche Verbraucherschutzorganisation in den USA eine Untersuchung der Übernahme von DoubleClick durch Google.

Zuvor hatten schon mehrere Bürgerrechtsgruppen von der US-Handelsaufsicht FTC (Federal Trade Commission) eine solche Untersuchung verlangt. Auch bei der Forderung der New Yorker Behörde geht es in erster Linie um Bedenken hinsichtlich der Erhebung und Speicherung von Daten durch beide Unternehmen und die möglicherweise anstehende Verquickung beider Systeme.

Die Behörde untersteht Bürgermeister Eliot Spitzer, der sich in der Vergangenheit mehrfach durch entschiedene Maßnahmen gegen Spammer sowie Spyware- und Adware-Firmen einen Namen gemacht hat.

Eine Sprecherin des CPB macht deutlich, dass es auch in diesem Fall in erster Linie um den Schutz von Verbraucherinteressen geht: "Es mag den Menschen nicht bewusst sein, aber Google sammelt und bewahrt bereits heute eine enorme Menge persönlicher Informationen über spezifische Web Sites und Werbeeinblendungen, die von Millionen Menschen besucht werden".

Diese "persönlichen Profile" könnten mit den Daten verbunden werden, die DoubleClick seinerseits über die Anwender gesammelt hat. Denn DoubleClick ist ein Unternehmen, das "Anwender überwacht, die auf die Werbeanzeigen schauen". Durch die Verbindung beider Systeme könnte Google noch detailliertere Profile von Millionen Menschen und ihrer Web-Nutzung erstellen.

"Wenn diese Informationen missbraucht würden, oder in die falschen Hände fielen, könnte der Datenschutz der Verbraucher ernsthaft gefährdet werden".

Mit den allfälligen Beteuerungen von Google und seinen bloggenden Mitarbeitern, wonach die Suchmaschine in dieser Hinsicht den höchsten Schutz gewährt, scheint sich die New Yorker Behörde nicht abspeisen lassen zu wollen. Sie verlangt vielmehr konkrete und öffentliche Aufklärung, über das, was Google macht: Welche Daten werden heute schon auf welchem Weg gesammelt und gespeichert, wie soll die Praxis nach dem "Merger" aussehen?

Um diese Forderung zu erfüllen, soll Google klare und deutliche Richtlinien zur Datensammlung öffentlich machen, die unter anderem folgende Punkte beinhalten:

  1. Einen Plan, wie Google seine Daten vor Datendieben schützt.
  2. Zugang für den Verbraucher zu allen Daten, die (für Google) persönlich identifizierbar über ihn gespeichert werden sowie die Möglichkeit, Daten löschen beziehungsweise bearbeiten zu können.
  3. Ein Opt-out Mechanismus, der es dem Anwender möglich macht, die Online-Überwachung zu verbieten sowie
  4. Strafen für den Fall, dass Google gegen diese Opt-out Regelung verstößt.

Mit diesen Forderungen verlangt die Behörde von Google im Grunde das, wozu bald auch jeder "Information Broker" in New York per Gesetz verpflichtet werden soll. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde von der CPB Anfang des Jahres auf den Weg gebracht.

Offenbar gewinnt die Datenschutzproblematik auch in der US-Politik zunehmend an Bedeutung, was angesichts der Vielzahl an kriminellen Vorkommnissen (z.B. Phisher-Kriminalität) kaum verwunderlich ist. Allerdings scheint das insbesondere bei Google noch durchgedrungen zu sein, wie der bisherige Umgang mit solchen Problemen zeigt.

Denn sobald die Suchmaschine auf solche Themen angesprochen wird, erfolgt fast immer eine Art Rechtfertigung in der Google als Unternehmen gewissermaßen personalisiert und zu einer Art Vertrauensträger stilisiert wird.

Doch die Suchmaschine ist inzwischen ein multinationaler Konzern mit vielen tausend Mitarbeitern. Ohne ein gewisses Maß an Offenlegung der Verfahren und Datenbestände kann der Schutz einfach nicht mehr gewährleistet werden. Denn gegen den Missbrauch durch beispielsweise geldgierige Mitarbeiter ist auch Google nicht geschützt.



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