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Der russische Musik-Download AllofMP3.com scheint endgültig abgeschaltet. Seit dem 25. Juni war die Site schon nicht mehr zu erreichen. Doch wie schon seit Anfang Mai bekannt, haben vermutlich die russischen Betreiber des Dienstes selbst eine zweite Verkaufs-Site unter der Adresse mp3sparks.com eingerichtet.

Diese Site ähnelt nicht nur im Aufbau und Design dem Vorbild AllofMP3, es werden auch die "alten" Zugangsdaten der Kunden akzeptiert. Angeblich war sogar die Kreditkartenzahlung wieder möglich, obwohl die Kartengesellschaften die Abwicklung von Zahlungen an AllofMP3 verweigert hatten.

Da die rechtliche Begründung zum Betrieb des MP3-Downloads beider Sites fast identisch ist und auch der neue Server laut den Traceroute-Daten weiterhin in Moskau betrieben wird, scheint es sich - wie zuvor vermutet - um ein reines Versteckspiel der Russen zu handeln. Ein Versteckspiel, auf das die US-Regierung vermutlich kaum hereinfallen wird.

Doch die USA betrachten die Stilllegung von AllofMP3 als unverhandelbares Hindernis für den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO. Wobei man allerdings bedenken muss, dass sich der Betrieb des Dienstes in Russland als auch international in einer gewissen Grauzone bewegt. Und auch die russische Regierung kann nicht beliebig das eigene Recht missachten.

Laut Wikipedia aber ist der Betrieb in Russland und damit der Verkauf von MP3-Dateien an russische Staatsbürger in Russland rechtlich sogar gedeckt. Auch in der Schweiz ist demnach der Download "von Allofmp3 oder von sonstiger Quelle - zulässig, sofern dieser für den Privatgebrauch bestimmt ist".

In Deutschland wiederum gehen die Vertreter der Musikindustrie - wie in anderen Ländern auch - von einem illegalen Verkaufsangebot der Russen aus. Eine abschließende rechtliche Prüfung dieser Annahme liegt zwar noch nicht vor. Doch das hat die Musikindustrie bisher noch nicht davon abgehalten, dieses vermutete Recht auch einzufordern.



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