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Bei der US-Ausgabe der Google News darf ab sofort testweise kommentiert werden. Allerdings gilt dieses Angebot nicht für jedermann, sondern nur für Personen und Organisationen, um die es in den jeweiligen Nachrichtentexten geht.

Die Texte werden jeweils vollständig und ungekürzt übernommen, aber als "comment" gekennzeichnet. Erste Beispiele sind auf der Übersichtsseite bereits zu finden.

Vielen Kritikern ist diese Neuerung Googles nicht webzweinullig genug. Diese Kritiker würden es bevorzugen, wenn auch Google es jedem gestatten würde, einen Kommentar zu hinterlassen. Doch aus Sicht der Publizisten kann dieser Ansatz Googles fast schon als revolutionär bezeichnet werden. Und sei es nur, weil hier den Betroffenen eine Art Selbstdarstellungsrecht eingeräumt wird, wie es unkomplizierter nicht sein könnte.

Wer sich von der Medienwelt ungerecht behandelt fühlt, kann seine eigene Sicht der Dinge auf dem extrem populären News-Portal Googles hinterlassen. Wobei die Suchmaschine dabei ganz nebenbei selbst in die Rolle des Mediums beziehungsweise Nachrichtenmachers schlüpft - eine Rolle, die Google sonst gerne vermeidet, denn sie ist mit Verantwortung verbunden.

Allerdings wird man auch abwarten müssen, wie die Suchmaschine dieser neuen Rolle gerecht wird. Denn wer wird entscheiden, welche Personen und/oder Organisationen berechtigt sind, Kommentare zu veröffentlichen? Hier könnte Google bald vor gewisse Probleme gestellt werden. Denn so, wie ein Journalist oder eine Redaktion üblicherweise als "Gatekeeper" fungiert, muss nun die Suchmaschine diese Auswahl übernehmen.

Und das ist nicht immer ganz einfach, wie man im Googleplex sicher bald feststellen wird. Denn wie werden wohl politische Parteien reagieren, wenn sie nicht zu jedem Thema ihren Sermon beisteuern dürfen? Und wie werden die gleichen Parteien reagieren, wenn die politische Gegenseite bei jedem Thema das Gleiche tut?

So oder so wird Google in den Fokus der Kritik geraten. Mal, weil der News-Aggregator zu viele, mal weil er zu wenige Kommentare zulässt. Hoffentlich hat Google dennoch den Mut, diese Neuerung beizubehalten.



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