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Eine fahrbare Aluminiumstange mit Lautsprechern und einem Touchscreen könnte die Lösung für die Probleme vieler "Telearbeiter" und ihrer Arbeitgeber sein. Eine kleine Software-Schmiede im kanadischen Waterloo hat mit einfachsten Mitteln einen Roboter entwickelt, der es einem weit entfernt lebenden Mitarbeiter gestattet, die sozialen Kontakte am Arbeitsplatz zu pflegen.

Der Mitarbeiter, Ivan Bowman, seit 1993 bei iAnywhere in Waterloo beschäftigt, musste vor fünf Jahren ins 1.350 Kilometer entfernte Halifax umziehen, weil seine Frau dort einen neuen Job gefunden hatte. Sein Chef erlaubte ihm, seine bisherigen  Aufgaben aus der Ferne wahrzunehmen.

Doch das war für beide Seiten zunächst unbefriedigend, da die Arbeiten und gerade die Ideenfindung bei den Projekten in vielen Fällen von Angesicht zu Angesicht am besten erfolgten. Um das Problem anzugehen, wurde daher zunächst eine Kamera und ein Lautsprecher montiert, um eine visuelle Verbindung zu Bowman zu ermöglichen.

Aber auch das war unbefriedigend, wenn Bowman beispielsweise Gespräche im Hintergrund hörte, aber keine Gelegenheit hatte, sich den Gesprächspartnern in der Teeküche oder anderswo anzuschließen. Also kam man auf die Idee, einen "Ivan anywhere" zu basteln. Einen zunächst auf Grundlage eines ferngesteuerten Spielzeugfahrzeugs aufgebauten Ständer, auf dem ein Touchscreen-Monitor und Lautsprecher installiert wurden.

An diesem Aufbau hat sich auch bis heute nicht sehr viel geändert, denn das Design des Gerätes ist irrelevant. Nur für den Antrieb wurde eine Lösung gefunden, die etwas weniger stark beschleunigt und Ivan erhielt noch einige Annäherungs-Sensoren, die Kollisionen mit Wänden, Türen und auch Mitarbeitern (weitgehend) verhindern.

Mit diesem Roboter kann Bowman sich nun selbst im Büro bewegen und beispielsweise seine Kollegen in ihren jeweiligen Räumen besuchen. Er steuert Ivan via Internet aus der Ferne, erhält ein Bild von Ivans "Gesichtsfeld", kann sprechen und kann zuhören. Und wie der Bericht im TheRecord nahe legt, ist Bowman für die Kollegen so gut wie anwesend.

Das aber dürfte in vielen Fällen ein ganz wichtiges Kriterium sein, wenn es um das Für und Wider eines Telearbeitsplatzes geht. Wobei es oftmals wohl nicht nur um die sozialen Kontakte geht, sondern auch um die informelle Kontrolle des fernen Mitarbeiters. Denn Ivan mag "anywhere" sein. Hauptsache ist aber, dass seine Anwesenheit am Arbeitsplatz kontrollierbar ist, wo auch immer der ist.



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