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In einer knapp gehaltenen Presseerklärung teilt eBay mit, dass Niklas Zennström, der Gründer und bisherige CEO des eBay-Tochterunternehmens Skype von seinem Amt zurücktritt. Wichtiger als diese Personalie scheint allerdings der weitere Inhalt der Mitteilung: Das Auktionshaus hat 375 Millionen Euro im Rahmen des "earn-out Agreements" der Übernahme gezahlt, wobei je nach Geschäftsentwicklung maximal 1,2 Milliarden Euro vorgesehen waren. Gleichzeitig wird erwartet, dass diese 375 Millionen sowie der zusätzliche Betrag von 640 Millionen Euro im nächsten Quartalsbericht als Wertberichtigung ("Impairment Charge") erscheinen werden.

CNet fasst dieses Finanz-Latein in etwas verständlicheren Sätzen zusammen und meint, mit dieser Ankündigung sei im Wesentlichen gemeint, dass eBay einen Teil seines ursprünglichen Investments in den Wind geschrieben hat. Das Auktionshaus hat für einen Dienst gezahlt, dessen einziger Wert in den Mitgliederzahlen besteht, doch die lassen sich nicht "monetisieren".

Dabei legt Skype inzwischen sogar schwarze Zahlen vor, was man zum Zeitpunkt der Übernahme noch gar nicht hoffen konnte. Doch der Überschuss bei Einnahmen von 90 Millionen Dollar ist wohl so gering, dass er den Kaufpreis von 2,6 Milliarden Dollar nicht rechtfertigt. Da hilft es auch nicht, dass die Zahl der registrierten Nutzer des Dienstes seit der Übernahme vor zwei Jahren von 57 auf 220 Millionen anstieg. Die prophezeiten Synergien zwischen Skype und eBay sind einfach Phantasien geblieben.

Skypes Geschäftsbereich ist, wie ein Analyst es meint, das eines "wirklich billigen Telefonkartenunternehmens"  ("really cheap Calling Card Business"). Einnahmen werden praktisch nur mit den Diensten Skype-In und Skype-Out erzielt, wobei das Unternehmen hierzu keine genaueren Daten veröffentlicht. Doch wie der von CNet zitierte Analyst weiter meint, gibt es Anzeichen für eine rückläufige Entwicklung im Bereich Skype-Out.

Eine Einschätzung, die angesichts der immer dünner werdenden Margen im Bereich der Telefonie kaum verwundert. Da bleibt die Frage, wie sich denn die (profitable) Zukunft des Dienstes gestalten soll. Hier sind sich die Experten schnell einig, dass diese Zukunft nur im mobilen Bereich zu sehen ist, und dass sie nach Möglichkeit in der Integration des Zahlungssystems Paypal besteht.

Aber die Pseudo-Telefonie im IM-Stil basiert auf der Nutzung der Client-Software, die wiederum ein Smartphone auf Windows-Basis voraussetzt. Neben diesem Hemmschuh haben die Mobilfunkunternehmen in den USA in ihren Verträgen sogar schon teilweise ein Verbot der Skype-Nutzung vorgesehen. Kein Wunder, denn die billige mobile Skype-Telefonie gefährdet die Einnahmen.

Wenn eBay mit Skype also Pläne dieser Art hegt, wird es sich nur mit weiteren, gewaltigen Investitionen bewerkstelligen lassen. Oder mit einem großen Partner, der ebenfalls im mobilen Geschäft seine Zukunft sieht. In diesem Zusammenhang fällt schnell der Name "Google", doch das Verhältnis zwischen dem Auktionshaus und der Suchmaschine hat sich in den letzten Jahren eingetrübt. Und es mag zwar sein, dass eBay in Google einen wichtigen Partner haben könnte. Doch umgekehrt ist das weniger eindeutig zu sehen.

 

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