Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
22. Oktober 2007
Ein Betrugsfall in einem Online-Casino lässt das Vertrauen in die Verlässlichkeit der gesamten Branche sinken - denn bei den Betrügereien war angeblich ein Miteigentümer des Casinos beteiligt. Er soll sich innerhalb von nur zwei Wochen über eine halbe Million Dollar ergaunert haben.
Es geht dabei um das von einem Unternehmen in Costa Rica betriebene Poker-Angebot absolutepoker.com, das wiederum von einem Unternehmen aus dem teil-autonomen Gebiet der kanadischen Mohawk-Indianer kontrolliert wird. Einige der von den Spielern dort gemachten Beobachtungen schienen schon in der Vergangenheit etwas dubios. Doch da es keine Belege für Schwindeleien gab, blieben diese Vorkommnisse weitgehend unbemerkt.
Vor einigen Tagen beobachtete ein Spieler dann aber erneut Ungereimtheiten und verlangte von dem Casino nachträglich die Herausgabe einer Dokumentation des Spiels. Aber diese "Hand History" lieferte mehr Informationen als von dem Spieler erwartet. Die Excel-Datei enthielt nicht nur Angaben zum eigenen Spiel, sondern die Karten aller Tische, aller anderen Spieler sowie Informationen über Beobachter der Spiele sowie die IP-Adressen der beteiligten Personen.
Man vermutet nun, dass ein "Whistleblower" dem betrogenen Spieler diese Informationen zukommen ließ, um den Betrug aufzudecken. Denn tatsächlich stellte sich heraus, dass eine der IPs sich dem Unternehmen beziehungsweise einem Inhaber des Casinos zuordnen ließ. Damit steht nun absolutepoker.com vor einem beträchtlichen Problem, denn dieser Zusammenhang lässt vermuten, dass es trotz aller gegenteiligen Darstellungen "Super Accounts" gibt, die den Betreibern und Administratoren der Spiele Zugriff auf jede gewünschte Information nehmen lassen.
Auch im aktuellen Fall wird die Existenz eines Superkontos von absolutepoker.com bestritten. Stattdessen heißt es jetzt, die fragliche Person sei ein Geek und habe eine Sicherheitslücke ausgenutzt, beziehungsweise das System gehackt. Doch die Vorwürfe bleiben bestehen und auch wenn die zuständige Zulassungsstelle im Khanawake Territorium den Fall nun überprüfen will so wird das Misstrauen der Spieler vorerst bestehen bleiben.
Ein Vertrauensverlust, mit dem dann auch andere Poker-Häuser rechnen müssen.
Links:
- Thread im 2+2 Forum mit Detail-Informationen
- Posting im Freakonomics Blog (NYTimes)
- Bericht bei MSNBC
- Bericht in Gambling911.com
- Pressemitteilung der Gaming Commission im Kahnawake Territorium
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