Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
02. November 2007
Posted in Internet News
Eine amerikanische Geschichtsprofessorin hat ein interessantes Experiment unternommen. Allerdings nicht im Bereich der Forschung, sondern vielmehr im Bereich der Lehre. Anstatt der sonst üblichen schriftlichen Semesterhausarbeit verlangte sie von den Studenten, entweder einen eigenen Wikipedia-Artikel zu erstellen, oder einen bestehenden Artikel maßgeblich zu überarbeiten.
Ein Experiment, das man offenbar als erfolgreich bezeichnen muss, denn die Wikipedia-Artikel der Studenten waren von höherer Qualität als die herkömmlichen Seminararbeiten. Die Professorin selbst bezeichnet den Effekt als "transformative", wobei sie mit dieser "Umwandlung" wohl auch die veränderte Wahrnehmung der Studenten über die Leserschaft der Artikel meint.
Die Studenten müssen sonst damit rechnen, dass ihre Seminararbeiten nur von den Lehrkräften oder allenfalls noch von den Kommilitonen gelesen wird. Bei den Wikipedia-Artikeln mussten sie sich dagegen einem echten Publikum stellen, das sich noch dazu als teilweise sehr kritisch erwies. Die Studenten mussten ihre Artikel regelrecht "verteidigen", wie es etwa bei akademischen Abschlussarbeiten der Fall ist. Und sie mussten sich damit abfinden, dass in der außer-universitären Realität nicht nur Argumente ausgetauscht, sondern auch Positionen behauptet werden. Ein echter Realitätsschock also.
Schade nur, dass dieses Experiment zumindest hierzulande wohl nur wenige Nachahmer finden wird. Nicht nur, weil diese Vorgehensweise einen größeren Betreuungsaufwand mit sich bringt. Problematisch dürfte für viele Professoren auch sein, dass die Erstellung von Seminararbeiten einen gewissen Vorteil mit sich bringt, der bei den Wikipedia-Artikeln vielleicht verloren geht. Sind doch Seminare und Seminararbeiten bekanntermaßen oft der Grundstock der nächsten wissenschaftlichen Publikation.
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