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Das Marktforschungsunternehmen comScore bestätigt, was Beobachter ohnehin schon vermuteten: Das Experiment der Musikgruppe Radiohead, ihr Album "InRainbows" zu einem frei bestimmbaren Preis anzubieten, war ein voller Erfolg. Und zwar gerade in finanzieller Hinsicht: Von den 1,2 Millionen Besuchern, die während der ersten 29 Tage im Oktober einen Download des Albums durchführten, waren 38% bereit zu zahlen.

Für die zahlenden Besucher wird ein Durchschnittspreis von etwa 6 Dollar angegeben, was einer Gesamteinnahme zwischen 2,5 und 3 Millionen Dollar entsprechen sollte. Das ist zwar weniger als bei früheren Schätzungen angenommen, die von bis zu 10 Millionen Dollar Einnahmen ausgingen. Doch es dürfte im Vergleich zu dem, was Musikgruppen sonst vom Verkauf der Tonträger erhalten, ein extrem guter Wert sein.

Außerdem sind Folgegeschäfte nicht ausgeschlossen, denn in diesem Fall behält die Band die Verwertungsrechte an der Musik, die sonst im Vertrag mit Labels abgetreten werden müssen.

Allerdings wird man im Fall "Radiohead" mit in die Kalkulation einbeziehen müssen, dass dieser Verkauf von einem beträchtlichen öffentlichen Interesse begleitet war. Die Berichterstattung in den Medien über das Experiment hat sicher manchen Marketing-Dollar eingespart. Und der Fall dürfte auch in der Hinsicht einmal sein, als man in vielen Fällen fast schon von "Protestkäufen" sprechen kann, weil die Käufer den vom Label unabhängigen Verkauf auch von der Idee her unterstützten.

Vielleicht erklärt das auch die Unterschiede, die comScore auf Basis seines 2 Millionen Rechner umfassenden Panels festgestellt haben will: Weltweit zeigte sich demnach kein Unterschied zwischen der generellen Zahlungsbereitschaft: Rund 40% zahlten freiwillig, rund 60% freuten sich über einen kostenlosen Download. Doch die US-Käufer spendierten im Durchschnitt 8,05 Dollar, während die zahlenden Besucher aus den sonstigen Weltregionen nur 4,64 Dollar springen ließen.

Möglicherweise ist dieser Unterschied in der Zahlungsbereitschaft ja eine direkte Folge des gespannten Verhältnisses zur Musikindustrie, die in den USA viele tausend Klagen gegen Verbraucher angestrengt hat.

So oder so kann Radiohead mit dem Ausgang des Experiments also voll zufrieden sein. Ob das Modell sich allerdings auch für andere Bands eignet, ist fraglich.

Der Marktforscher zitiert in diesem Zusammenhang einen Branchenkenner, der zu bedenken gibt, dass Radiohead insgesamt 15 Jahre bei einem Label unter Vertrag stand und sich mit dessen Hilfe eine in die Millionen gehende Fan-Gemeinschaft aufbauen konnte. Diese Fans trugen sicher zum Erfolg des Experiments wesentlich bei.

Doch wie werden Nachwuchs-Musiker mit diesem Vorgehen groß werden können? Ob es wirklich reichen wird, endlich wieder bessere Musik zu machen, die den Menschen nicht nur wegen der Werbung, dem Marketing und der sonstigen Gehirnwäsche der Labels gefällt?

 

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