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Nach Recherchen von Wikileaks wurden Internet-Zugänge im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba dazu gebraucht, hunderte von Wikipedia-Artikel zu überarbeiten. Eine IP, die mit allergrößter Wahrscheinlichkeit dem Lager zuzuordnen ist, wurde für diese Zwecke genutzt.

Es ist allerdings schwer zu sagen, ob es sich dabei um angeordnete Änderungen handelte, oder um ein bloßes "Freizeitvergnügen" der Uniformierten. Wenn beispielsweise im Fidel Castro-Artikel eingearbeitet wird, dass dieser ein "geständiger Transsexueller" sein soll, oder wenn es im Artikel "Dinkelsbühl" heißt, dass dort tagtäglich "homosexuelle Aktivitäten zu beobachten" sind, dann spricht das eher für die Ausbrüche gelangweilter Soldaten.

Allerdings wurden auch Artikel über das Lager und seine Gefangenen manipuliert, was eher für eine "dienstliche" Aktivität spricht. Eine Vermutung, der allerdings von Seiten des US-Militärs entscheiden widersprochen wird. Ein Oberstleutnant meint etwa gegenüber der New York Times, dass niemand vom Militär "irgendwo irgendetwas manipuliert habe (...) das wäre unethisch".

Dennoch bleiben Zweifel, ob es sich nicht doch - zumindest teilweise - um einen dienstlichen Auftrag handelt. Denn die fragliche IP war nicht nur bei Wikipedia aktiv, sondern auch bei dem Social Bookmarking Service digg.com. Dort hat ein Mitglied unter der Namen "usnavymc1" alleine seit dem 10. Oktober 2007 Dutzende von Artikeln angemeldet, die man als PR-Informationen im Sinne des US-Militärs einstufen kann. Allerdings hat sich das Interesse der "Digger" stark in Grenzen gehalten.

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