Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
01. Februar 2008
Posted in Internet News
Die "Coalition Against Domain Name Abuse" hat in Zusammenarbeit mit dem "Zooknic Internet Geography Project" eine Studie zum Domain "Drop-Catching" veröffentlicht. Gemeint ist die Registrierung frei gewordener Domains. Hintergrund war die Frage, inwieweit die zur Zeit diskutierten Praktiken des "Domain Tasting" und des "Kiting" bei diesen "gebrauchten" Domains Einsatz finden.
Dazu wurden 17.000 frei werdende CNO-Domains (.com, ..net und .org) für die Dauer von 12 Tagen überwacht. In dieser Zeit wurden regelmäßig die Whois-Einträge erfasst. Eine abschließende Kontrolle fand am 23. November statt. Die Ergebnisse der Untersuchung kurz zusammengefasst:
- Alle (100%) Domains unter .com und .net wurden umgehend nach dem
Freiwerden neu angemeldet. Nur etwa ein Fünftel (21,2%) der Domains
unter .org wurden dagegen innerhalb der ersten 12 Tage angemeldet.
Daran änderte sich auch bis zum Abschluss der Studie nicht mehr viel.
Die .org-Adressen scheinen wohl weniger erfolgreich. Vermutlich, weil
sie seltener zu Vertipper-Treffern führen.
- Bei 39,8% (.com) beziehungsweise 32,2% (.net) wurde Folgendes
beobachtet. Die Domains wurden also testweise angemeldet ("Tasting"),
dann innerhalb der "Grace Period" von 5 Tagen ohne Kosten wieder
abgemeldet, um gleich darauf wieder für einige Tage angemeldet zu
werden ("Kiting"). Häufiger handelte es sich dabei um Typo-Domains,
also um falsch geschriebene Versionen bekannter Domains. Ein
Randbereich des teilweise illegalen Cybersquatting.
- Fast alle (87%) Dot-Coms im Test wurden als Werbeträger für Pay-per-Click Werbeeinblendungen benutzt. Bei den .net Adressen war der Anteil fast ebenso hoch, bei den .org Adressen aber wurden nur zwei Drittel (67%) der Domains für PPC-Werbung genutzt.
Damit bestätigt sich, was bereits weithin vermutet wird: Die 5-tägige Grace Period der ICANN für generische Domains hat ein florierendes Geschäft auch bei den frei werdenden Domains möglich gemacht. Keine dieser gebrauchten Domains entgeht diesem Handel, wobei die Einnahmen überwiegend aus dem Werbegeschäft kommen.
Auf dieser Grundlage kann man vermuten, dass zwei aktuelle Ankündigungen diesem Geschäft die Grundlage entziehen. Die Erste betrifft Google, denn die Suchmaschine kündigte vor einigen Tagen an, künftig keine PPC-Werbung ("Adsense") auf Domains mehr einzublenden, die weniger als 5 Tage angemeldet sind.
Die zweite Ankündigung stammt von Paul Twomey, dem CEO der ICANN. Der kündigte in einer Stellungnahme an, dass künftig die ICANN-Gebühren schon fällig werden, wenn die Domain angemeldet wird. Kostenlose Anmeldungen wären dann nicht mehr möglich. Ob es zu dieser Änderung kommt, wird das ICANN Board bei seinem Treffen im Juni in Paris entscheiden.
Zu wünschen wäre es allerdings, denn wie ICANN selbst angibt, sind inzwischen 95% der gelöschten CNO-Domains das Ergebnis des Domain Tastings. Das heißt, 45,5 Millionen von insgesamt 47,8 Millionen CNO-Domains wurden kostenlos angemeldet, haben Anwender in die Irre geführt, produzierten Einnahmen ohne einen Gegenwert zu erbringen und wurden dann ausgelutscht wieder in den Pool der ungenutzten Domains zurückgeworfen.
Links:
- Coalition Against Domain Name Abuse
- Zooknic Internet Geography Project
- CADNA-Studie (PDF)
- ICANN Pressemitteilung
- Bericht bei Ars technica
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