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06. Februar 2008
Posted in Internet News
IDG berichtet in einem vielfach syndizierten Bericht über einen Rechtsstreit, der einige Einblicke in das immer noch florierende Geschäft mit Vertipper- beziehungsweise Typo-Domains gibt. Es geht dabei um eine von Dell schon vor Monaten angestrengte Klage gegen eine ganze Reihe von Unternehmen, die als "Strohmänner" bezeichnet werden und die angeblich überwiegend im Ausland angesiedelt sein sollen.
Hier muss allerdings schon der erste Einwand zu dieser Darstellung folgen, denn drei der fünf namentlich genannten Unternehmen (Belgiumdomains, Capitoldomains und Domaindoorman) sind von der ICANN akkreditierte Registrars mit Sitz in den USA. Ein viertes Unternehmen (iHoldings.com) leitet auf einen weiteren ICANN-akkreditierten US-Registrar um, und das fünfte Unternehmen ist ein Beratungsunternehmen mit Sitz in Virginia.
Nun mag es zwar sein, dass diese Registrars nicht wie angegeben in den USA residieren und tatsächlich als Strohmänner dienen. Doch dann müsste wohl auch das Akkreditierungsverfahren der ICANN als fehlerhaft bezeichnet werden. Die genannten Unternehmen sind jedenfalls noch heute auf der Liste der ICANN-Akkreditierten zu finden.
Dell soll gegen diese Unternehmen auch schon im November eine Verfügung erreicht haben, um deren Vermögen einzufrieren und um die fragwürdigen Geschäfte der Firmen zu kontrollieren. Eine der Verfügungen richtet sich dabei explizit gegen Google, denn die Suchmaschine scheint die Vertipper-Domains mit Adsense-Anzeigen beliefert zu haben.
Und das in nicht geringem Umfang: Google muss laut der Verfügung die erste Million Dollar, die monatlich über diese Typo-Domains eingenommen wird, in einem speziellen Sperrkonto zurückhalten. Die zweite Million Dollar geht weiter an die beklagten Unternehmen. Werden mehr als zwei Millionen Dollar eingenommen, so muss Google diese Einnahmen zu gleichen Teilen splitten.
Gegen die Beklagten scheint noch eine weitere Verfügung ergangen zu sein. Sie müssen alle Domains wieder freigeben, "deren Einnahmen die Registrationsgebühren nicht rechtfertigen". Wie das vom Gericht operationalisiert wurde, wenn doch die Einnahmen angeblich illegal erfolgen, bleibt unklar. Doch der IDG-Bericht gibt dazu weiter an, dass die beklagten Unternehmen nun täglich 3.000 Domain-Erneuerungen vornehmen müssen, was sie ca. 20.000 Dollar pro Tag kosten soll.
Auch das eine Angabe, die angesichts des Registrar-Status etwas dubios erscheint. Doch wie auch immer, lässt sich nach diesen Angaben wenigstens nachvollziehen, wieso der bei Webhostinginfo angegebene Domain-Bestand der drei Registrars seit vergangenem Jahr stark abnimmt.
Eine sehr kritische Frage nach der Rolle und Position Googles in diesem Fall kann man sich nach der ergangenen Verfügung nicht ersparen: Woher stammen eigentlich die Einnahmen ursprünglich, die durch die Adsense-Werbung auf den Typo-Sites entstanden? Haben die zahlenden Werbekunden es wirklich beabsichtigt, Anwender mit ihren Anzeigen anzusprechen, die zuvor in die Irre geführt worden sind?
Wenn die Antwort auf diese Frage "Nein" lautet, wäre von einer gewissen Haftung Googles auszugehen. Zumal ein Geschäft in dem genannten Umfang der Suchmaschine nicht verborgen geblieben sein kann.
Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass Google vor ein paar Tagen eine Änderung seiner Richtlinien für das Programm "Adsense for Domains" durchsickern ließ. Diese Änderung macht die Nutzung von "Domain Tasting" (vermutlich) und von "Domain Kiting" (sicher) unmöglich. Details dazu werden wohl erst in einigen Tagen von Google selbst bekannt gegeben.
Gegenüber IDG trifft ein Google-Sprecher in diesem Zusammenhang aber noch eine Feststellung: Web Sites, die als Adsense-Partner akzeptiert werden sollen, "müssen" demnach über legitime Inhalte verfügen.
Schade nur, dass diese Angabe im Grunde absolut wertlos ist. Denn anhand welcher Merkmale wollte Google überprüfen, ob eine Web Site über legitime Inhalte verfügt? Etwa anhand der Angaben der potentiellen Partner, die die Legitimität ihrer eigenen Inhalte bestätigen? Doch so sehen die Erklärungen und Stellungnahmen Googles leider häufig aus. Sie klingen gut, haben aber wenig Gehalt.
Links:
- IDG-Bericht bei PCWorld
- ICANN-Liste der akkreditierten Registrars
- WebHostingInfo: BelgiumDomains
- WebHostingInfo: CapitolDomains
- WebHostingInfo: DomainDoorman
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