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26. Februar 2008
Eine Anwaltskanzlei aus Los Angeles hat Klage gegen den Ex-Monopolisten Network Solutions (NSI) und die Internet-Verwaltung ICANN beantragt. Das als Sammelklage angelegte Verfahren richtet sich gegen die vor Wochen bekannte gewordene Praxis des Domain Registrars, die von potentiellen Kunden bei der Whois-Suche gefundenen freien Domains zu "Schutzzwecken" selbst zu registrieren.
Die nun klagende Kanzlei sieht darin ein Schema, das man als systematischen Betrug am Kunden bezeichnen kann. Denn wer bei NSI nach einem Domain-Namen sucht, will diesen nicht unbedingt auch bei NSI erwerben. Wenn aber der Registrar die Domain auf eigenen Namen anmeldet, um ihn die Domain für den potentiellen Kunden zu schützen, so hat dieser Kunde kaum mehr eine andere Wahl, als die Domain bei NSI anzumelden.
Außer, er wartet, bis der Schutzeintrag abgelaufen ist, um die so wieder frei gewordene Domain bei einem anderen Registrar zu bestellen. Doch das ist ein riskanter Plan und so werden viele in den sauren Apfel beißen und die Domain lieber gleich bei NSI bestellen. Auch wenn das mit wesentlich höheren Preisen verbunden ist, als sie von anderen Registrars geboten werden.
Denn Network Solutions zehrt noch von seinem Ruhm als einst einzige Vergabestelle für CNO-Domains und verlangt daher auch noch Preise, wie man sie aus diesen Zeiten kennt. Stolze 35 Dollar pro Jahr kostet eine .com Domain bei NSI. Bei vielen anderen Registrars sind es weniger als 10 Dollar pro Jahr. Vor diesem Hintergrund erweckt die zum Schutz der Kunden eingerichtete Vorregistration schon den Eindruck, es handele sich um eine Art Schutzgelderpressung.
Doch NSI hat seine Praxis der Vorab-Anmeldung zuletzt wohl begründet. Es sei notwendig, die Domains nach der Suche im Whois-Bestand zu schützen, da sonst ein Missbrauch im Sinne des "Domain-Tasting" zu befürchten sei. Um also zu verhindern, dass Dritte eine freie Domain für die Dauer der "grace period" kostenlos anmelden, meldet NSI sie selbst für diese fünf Tage an.
Diese Praxis des Domain-Tasting war bisher aber nur möglich, weil ICANN diese Regelung selbst eingeführt hat. Daher klagen die Anwälte auch gegen ICANN, denn die Nonprofit-Organisation fördert durch diese Regelung angeblich den Betrug durch NSI.
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