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Ein Kulturschock muss es für beide Seiten gewesen sein, als Google-Vize-Präsident Kent Walker Anfang der Woche einem Ausschuss des britischen Unterhauses Rede und Antwort stehen musste. Die Abgeordneten waren darob empört, dass kein einziger Mensch bei Google angestellt ist, um Web-Seiten vor der Aufnahme zu prüfen.

Für Walker wiederum dürfte diese Vorstellung absurd sein. Nicht nur, weil die Menge an Information im WWW jede Prüfung unmöglich machen. Es wäre seinen Worten nach für Google auch "unglaublich kompliziert", eine Prüfung vorzunehmen, die den Gegebenheiten jedes Landes entspricht, in dem Google agiert. Doch auf solche Argumente ließen sich die Abgeordneten nicht ein.

Ihnen ging es bei der Anhörung ganz konkret um ein Video, das im vergangenen Monat bei YouTube aufgetaucht war und das die Vergewaltigung einer jungen Mutter durch mehrere Jugendliche zeigte. Dieses Video wurde etwa 600 Mal abgerufen, wie Walker einräumte. Er bezeichnete es "ganz klaren Fehler von unserer Seite", dass dies geschehen konnte. Doch solche Fehler seien die Ausnahme.

Üblicherweise würden gemeldete Video zu 50% schon innerhalb einer halben Stunde entfernt. Der größte Teil der gemeldeten Filme sei nach einer Stunde entfernt. Doch das ist den Abgeordneten nicht genug. Dass Google auch bei den YouTube-Videos keine Überprüfung vor der Veröffentlichung vornimmt, ist für sie noch weniger nachvollziehbar als die fehlenden Kontrollen bei den Suchmaschineninhalten. Auch wenn Walker darauf hinwies, dass jede Minute etwa 10 Stunden an Filmmaterial bei YouTube hochgeladen werden.

Einige der Abgeordneten bezeichneten Walkers Verteidigung schließlich als "hochgradig anstößig" und als "unglaublich". Google System sei "vollständig unangemessen", wie Walkers Aussage zeige. Ob die Anhörung neben dieser standesgemäßen Betroffenheit weitere Auswirkungen haben wird, bleibt abzuwarten.

 

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