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Fleißige Buchautoren und Auftragsschreiber gibt es sicher einige, doch Philip M. Parker stellt alles in den Schatten.  Nach Recherchen der New York Times taucht der Name des amerikanischen Wissenschaftlers auf über 200.000 Buchpublikationen als Autor beziehungsweise als Herausgeber auf. Er ist damit auch nach eigener Einschätzung der am häufigsten publizierende Autor weltweit.

Autor im Sinne eines Schreibers ist er dabei aber eher weniger. Die Zeitung bezeichnet ihn als "Kompilierer", doch auch das trifft seine Funktion nicht ganz, denn die von ihm veröffentlichten Bücher werden weitestgehend von Computern erzeugt. Parker hat lediglich das Verfahren entwickelt, mit dem sich Computer-Recherchen durchführen und in Buchform zusammenfassen lassen.

Seine Bücher sind auch keine literarischen Kunstwerke, sondern vielmehr Material-Ansammlungen. Doch weil sich dieser Bücher in erster Linie mit medizinischen oder betriebswirtschaftlichen Themen beschäftigen, ist der Mangel an schöpferischer Leistung vertretbar. Seine Bücher werden auch nicht konventionell produziert, denn das würde das Geschäftsmodell seines Verlags ruinieren.

Dieses Geschäftsmodell besteht darin, Bücher mit geringsten Kosten ("pro Buch etwa 12 Cent") herzustellen und dann als Print-on-Demand Angebot auf den Markt zu bringen. Mit dem ersten verkauften Titel haben sich dann die Recherchekosten schon amortisiert. Besonders häufig scheinen Forschungsbibliotheken auf die Angebote Parkers einzugehen.

Im Fall der teilweise sehr speziellen medizinischen Werke kommen aber auch Kranke als Käufer in Betracht, die unter der jeweiligen Krankheit leiden. Diese werden vermutlich auch durch die Wahl der Titel zum Kauf verleitet, denn diese lauten beispielsweise häufiger "Official Sourcebook on (Krankeitsname)" oder "Krankheitsname - A Medical Handbook".

Ob die Käufer dieser Bücher aus den in Buchform gebrachten (Internet-) Recherchen einen echten Vorteil ziehen können, ist schwer zu sagen. Die Inhalte der Bücher entsprechen schon dem, was der Titel verspricht.

Doch vielen Käufern dürfte es nicht klar sein, dass hier eine künstliche Intelligenz Informationen willkürlich oder zumindest unreflektiert und uninspiriert   zusammengeführt hat. Er weiß ebenfalls nicht, dass eine eigene Internet-Recherche vermutlich zu ähnlichen Ergebnissen führen würde. Denn für die Recherchen benutzt Parker nicht nur wissenschaftliche Datenbanken, sondern auch die Buch-Suchhilfen von Google und Amazon.Was dazu führen kann, dasse seine Computer bei den Recherchen beginnen, die eigenen Werke einzubeziehen.

 

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