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28. Mai 2008
Das Web 2.0 sorgt immer wieder für Überraschungen. Damit ist nicht das Entsetzen der Financial Times gemeint, die heute feststellt, dass im Mitmach-Netz kein Geld zu machen ist. Und auch nicht Google-Chef Eric Schmidt, der in der FAZ gesteht, dass es kein gutes Geschäft war, MySpace 900 Mio. Dollar für einen Suchschlitz-Parkplatz zu zahlen. Das jüngste Opfer ist vielmehr das Playboy-Magazin, das bei YouTube nach einem Playmate sucht - und keiner guckt hin.
Volle 4 Wochen ist es nun schon her, dass der Playboy ein Playmate-Casting bei YouTube gestartet hat. Immerhin soll mit diesem Playmate der 55. Geburtstag des Männer-Magazins gefeiert werden. Doch die Resonanz ist dürftig, gerade 380.000 Mal wurde das Video von Holly Madison aufgerufen, in dem Hugh Hefners "Freundin Nr.1" um die Einsendung von Videos bittet.
Dabei läuft der Wettbwerb schon am 1. Juni aus. Noch dürftiger sieht es jedoch bei den "Video Responses" der Kandidatinnen aus. Deren Videos wurden teilweise nur wenige tausend Mal aufgerufen, die Top Kandidatin Destiny White schafft nach einem Monat gerade 110.000 "Views". Aber was ist das schon im Vergleich etwa zum ersten der vielen Diet Coke + Mentos Filme, der jetzt schon über 6 Millionen Mal abgerufen wurde? Selbst die Handpuppen-Version von Harry Potter zählt in einer Woche eine Million mehr Views als Frau White in einem Monat, ätzt der AlleyInsider.
Die Marke Playboy scheint im Web 2.0 nicht mehr so richtig zu ziehen. Auch dann nicht, wenn man Mob 2.0 zur Auswahl der schönsten "Häschen" auffordert. Vielleicht liegt es an der Misserfolgserwartung der YouTube-Benutzer, denn die Richtlinien des Dienstes verbieten Nacktheit. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Playboy in Zeiten von YouPorn.com und BitTorrent-Pornos einfach nicht mehr die richtigen Anreize bietet.
Links:
- Financial Times Aufmacher
- Eric Schmidt im FAZ-Gespräch
- Holly Madison Video
- Video Responses
- Bericht im AlleyInsider
- Puppen-Version der Potter-Filme
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