Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
05. September 2006
Wie gestern berichtet, hat Google damit begonnen, den Bilderbestand von Google Images durch die spielerische Mithilfe von Anwendern zu verschlagworten. Immer 2 Spieler werden dabei gepaart und man präsentiert ihnen ein identisches Bild. Die Spieler werden dann dazu aufgefordert, möglichst viele Begriffe zu diesem Bild einzutippen. Ein ähnliches Vorgehen wurde bereits vor Monaten von US-Wissenschaftlern mit dem ESP Game vorgestellt und wie jetzt bekannt wird, diente dieses Spiel auch für das neue Google Projekt als Vorbild. Der Projektleiter, Luis von Ahn von der Carnegie Mellon Universität, hat das ESP Game im Juli sogar anlässlich des Google Tech Talk vorgestellt. Und dabei einige interessante Einblicke gegeben. Eine wichtige Grundlage des Konzeptes ist es beispielsweise, dass die von den Spielern eingegebenen Begriffe erst dann als "Label" (Schlagwort) akzeptiert werden, wenn beide Spieler den Begriff verwandt haben. Um dies zu perfektionieren, werden aber nicht nur Menschen im Match gepaart, sondern auch Menschen mit den aufgezeichneten Ergebnissen früherer Spiele. Zusätzlich werden auch die aufgezeichneten Spiele paarweise gegenübergestellt. So war es nach Angaben des Wissenschaftlers möglich, Milliarden zusätzlicher Labels zu generieren. Dabei ist es aber gar nicht notwendig, das bereits gespeicherte Datenmaterial derart "auszuquetschen". Die Spieler stellen eine nahezu unerschöpfliche Ressource dar. Das zeigt sich schon in folgendem Vergleich: Im Jahr 2003 wurden für das Spiel Solitaire 9 Milliarden Stunden "verspielt". Für den Bau des Panama-Kanals wurden dagegen "nur" 20 Millionen Arbeitsstunden aufgewandt. Auch beim ESP Game zeigten sich Extreme. Teilweise wurden dort Spieler registriert, die wöchentlich 20 Stunden spielten. In einem Fall wurde ein Spiel erst nach 15 Stunden beendet. Und Spieler, die bei der Verschlagwortung helfen könnten, gibt es in Hülle und Fülle. Für das ESP Game registrierten sich schon Millionen Spieler, wobei nach Einschätzung des Projektleiters im Fall von Google Images 5.000 Spieler genügen würden, um den gesamten Datenbestand innerhalb weniger Monate zu verschlagworten. Bei populären Spielen meint von Ahn, werden häufig mehr als diese Zahl von Spielern gleichzeitig registriert. Kostenlose Arbeitskräfte gibt es also im Überfluss. Man muss nur wissen, wie man sie "clever benutzt".
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