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01. August 2008
Posted in Internet News
Die US-Regierung spricht Klartext: In einem Schreiben an die ICANN-Direktoren sowie den CEO des ICANN-Managements stellt Meredith A. Baker von der Aufsichtsbehörde NTIA klar, dass die Regierung keinerlei Absicht hat, die Verwaltung der Root Zone in irgend einer Form zu transferieren. Die Kontrolle über das Internet bleibt beim US-Handelsministerium und wird auch nicht auf ICANN übertragen.
Das ist selten eindeutig, aber keineswegs neu. Schon Ende der 90er Jahre, als die USA unter Bill Clinton den Versuch boykottierten, die Internet-Verwaltung zu internationalisieren, war diese Haltung der USA erkennbar. Unter George W. Bush wurde das noch eindeutiger, als etwa im Jahr 2005 die UN anlässlich des WSIS-Weltgipfels versuchte, das von Clinton gegebene Versprechen einer Internationalisierung der Internet-Verwaltung zu erzwingen.
Dem erteilte die Regierung eine klare Absage, sieht man davon ab, dass noch mehr Ausschüsse beziehungsweise global nomadisierende Debattier-Clubs ohne Entscheidungsgewalt gebildet wurden, um sich mit diesen Themen zu beschäftigen. Das bedeutet in der Praxis, dass die US-Regierung auch künftig die letzte Entscheidung darüber behält, welche Top Level Domain neu entstehen kann - oder weiterhin bestehen darf.
Nach einem Krieg gegen den Irak, der mit falschen Behauptungen begründet wurde, kann beispielsweise nicht ausgeschlossen werden, dass die TLD eines Schurkenstaats eines Tages von der Landkarte verschwindet. Das ist zwar ein sehr unwahrscheinliches Szenario, aber wie gesagt nicht auszuschließen.
Näher an der Realität ist die Erfahrung der Europäischen Union, die jahrelang auf "ihre" TLD .eu warten musste, obwohl alle formalen Voraussetzungen erfüllt waren. Die Entscheidung blieb im "byzanthinischen" System der ICANN einfach stecken. Noch realistischer sind Entscheidungen, wie sie ICM Registry als von der ICANN designierte Registry der TLD .xxx machen musste. Die "unmoralische" Adresse wurde von der US-Regierung nicht akzeptiert. Obwohl mit ihrer Hilfe das Problem der Pornographie im Internet viel leichter zu kontrollieren gewesen wäre.
Mit solchen Phänomenen wird man auch künftig rechnen müssen. Das macht das Schreiben der Staatssekretärin Baker klar. Doch wie der Jurist Bret Fausett es in seinem ICANN-Blog schreibt, hat Baker damit im Grunde nur bestätigt, dass der Himmel blau ist. Nur "wer den Himmel mit rosaroter Brille sieht (was viele Leute in Europa und Asien betrifft), kann in diesem Brief eine große Bombe für das Internet erkennen".
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