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04. August 2008
Nach Angaben von Reuters haben in der vergangenen Woche sowohl das nationale (USA) als auch das internationale olympische Komitee (IOC) in den Vereinigten Staaten Klage gegen insgesamt sechs Web Sites erhoben. Den Sites wird vorgeworfen, via Internet gefälschte Eintrittskarten für olympischen Spiele in Peking verkauft zu haben.
Die einzige von Reuters genannte Adresse (beijingticketing.com) ist dabei heute noch zu erreichen und scheint auch in den USA gehostet zu sein. Doch das bedeutet nicht, dass sich daraus etwas über den Aufenthaltsort der Betreiber ableiten lässt.
Ebenfalls unbekannt ist, wie viele Opfer diese und ähnliche Betrügereien verursacht hat und wie viel Geld diese Menschen dabei verloren haben. Oder erst in Peking erfahren, dass man sie übers Ohr gehauen hat. Einige Verkaufsstellen haben ihre Kunden jedenfalls instruiert, die Karten erst vor Ort bei einem offiziellen Büro abzuholen.
Die Nachrichtenagentur erwähnt in diesem Zusammenhang als Beispiel einen Anwalt aus Houston, der über 12.000 Dollar verloren haben will. Er wirft jetzt dem IOC Leichtfertigkeit vor, weil die betrügerischen Sites schon seit einiger Zeit bekannt seien - das IOC habe aber nichts dagegen unternommen. Doch mit der gleichen Berechtigung könnte der Jurist auch den Internet-Suchmaschinen Verantwortung zuschreiben, die jetzt noch bei der Suche nach "tickets olympia beijing" Dutzende "offizieller" Sites mit "besonders günstigen" oder "erschwinglichen" Tickets als Ergebnis bringen.
Wobei es fast schon eine Ironie des Schicksals ist, dass dem Veranstaltungsland China zwar vorgeworfen wird, den Internet-Zugang in Peking zu filtern, während gleichzeitig in den USA und andernorts Maßnahmen gefordert werden, um "Verbrecher" aus dem Internet zu bugsieren. Es kommt eben immer auf den Blickwinkel an.
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