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Das Wall Street Journal hört wieder mal die Flöhe husten - oder lässt sich durch anonyme Informanten zum Sprachrohr für die interessierten Börsianer machen. Laut einer Mini-Meldung des Finanzblatts wird Time Warner voraussichtlich morgen bekannt geben, ob ein Verkauf von AOL als Ganzes oder in Teilen geplant ist.

Hintergrund der Meldung soll es sein, dass Time Warner die Trennung zwischen Einwahlgeschäft und werbefinanziertem Web-Geschäft erfolgreich abgeschlossen hat. Schon seit Monaten habe es Überlegungen über einen möglichen Verkauf gegeben, oder auch über die partnerschaftliche Zusammenlegung einzelner Bereiche des Onlinedienstes mit anderen Unternehmen. Doch immer seien die Gespräche erfolglos verlaufen, weil es keine Einigung über die Aufteilung von Einnahmen und Verbindlichkeiten zwischen beiden Bereichen gegeben habe.

Diese Erklärung ist allerdings wenig plausibel. Wenn es Probleme dieser Art gegeben hätte, dann wären sie vermutlich leicht aus der Welt zu schaffen gewesen. Über den Preis ist schließlich Vieles machbar. Frühere Darstellungen lassen dagegen vielmehr annehmen, dass Time Warner einerseits zwar kein Interesse an Betrieb und Weiterentwicklung des Online-Dienstes hatte, aber zugleich übertriebene Vorstellungen bezüglich des Preises an die potentielle Kundschaft herangetragen hat.

Interessenten fanden sich in den vergangenen Jahren einige bei Time Warner ein, auch Google und Microsoft waren zeitweilig in New York zu Gast. Denn obwohl AOL heute nur noch ein Schatten seiner selbst ist, könnte der Online-Dienst noch Potential bieten. Zumindest, sofern Time Warner ernstlich zu einem Verkauf des Unternehmens bereit wäre.

Doch vielleicht spielen da weiterhin Ressentiments eine Rolle: Während der Börsenblase der 90er Jahre konnte AOL aufgrund einer extrem übertriebenen Bewertung an der Börse Time Warner schlucken - und hätte dann fast den Medienkonzern in den Abgrund gezogen.

 

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