Maßgefertigte Ledergürtel, auch XXXXL
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05. August 2008
Posted in Internet News
Das Blog Google Blogoscoped hat eine recht interessante Entdeckung gemacht: Google plant offenbar ein "Translation Center", bei dem auch Menschen die Übersetzungsarbeit im Auftrag übernehmen können.
Man muss voraus schicken, dass Blogoscoped nur Informationen zur Verfügung stehen, die teilweise schon wieder verschwunden sind. Einige der zitierten URLs sind jedenfalls nicht erreichbar. Auf den ganzen Service war man aufmerksam geworden, weil vor einiger Zeit im Robots.txt die Zeile "Disallow: /center" aufgenommen worden war. Informationen der Suchmaschine findet man also nur in Form vorläufiger Formulare und Richtlinien, die nicht für die Veröffentlichung gedacht sind.
Doch diese Zufallsfunde lassen den Schluss zu, dass in dem Center Übersetzungen angefordert und angenommen werden können. Bei der Anforderung von Übersetzungen kann dabei optional um die Hinzuziehung eines menschlichen Übersetzers gebeten werden. Über die Bedingungen, zu denen dieser Übersetzer arbeitet, wird aber kaum etwas angegeben. In den "Terms and Conditions" ist lediglich der Hinweis zu finden, dass Google in solche Geschäfte nicht involviert ist.
Die Suchmaschine führt demnach beide Seiden zusammen, liefert für den Kunden eine maschinelle Übersetzung, falls kein Übersetzer angefordert oder gefunden wird und stellt dem Übersetzer eine Oberfläche für seine Übersetzungsarbeit zur Verfügung.
Blogoscope stellt dazu eine sehr interessante Frage: Was geschieht mit dem übersetzten Material? Werden künftige Übersetzungen mit dem bisher übersetzten Material abgeglichen? Kommen künftige Übersetzungen auf Grundlage dieses Materials zustande, für das Übersetzer sonst Urheberrechte beanspruchen können?
Wie man an den heutigen maschinellen Übersetzungen sieht, korreliert die gelieferte Qualität mit der Komplexität des Ausgangsmaterials. Einzelne Worte sind einfach zu übersetzen, aber je länger ein Satz ist, um so größer sind die semantischen Abweichungen. Könnte Google nun mit Hilfe der freiwilligen und/oder bezahlten Helfer einen Fundus von Übersetzungen erstellen, der zeitgemäße und häufig gebrauchte Sätze enthält, so würde das die Qualität der Ergebnisse deutlich verbessern.
Schließlich sind gerade in technischen Übersetzungen häufig gleichförmig aufgebaute Sätze zu finden. Und weltweit drehen sich die Gespräche meist um ähnliche Themen. Allerdings würde eine solche Übersetzungs-Datenbank voraussetzen, dass die Qualität der Übersetzungen nicht absichtlich sabotiert wird. Doch dafür lassen sich bestimmt Kontrollmechanismen einrichten.
Und sollte dann der Datenbestand eine kritische Masse überschreiten, käme das Translation Center einem "Babelfisch" (Douglas Adams) nahe. denn dann müssten Übersetzungen nur noch dann händisch vorgenommen werden, wenn keine konservierten Übersetzungen zur Verfügung stehen. Wobei sich die teilnehmenden professionellen Übersetzer klar sein müssten, dass sie mit jedem Satz ihre eigene berufliche Grundlage gefährden. Doch eine Welt, die keine Übersetzer benötigt, wäre dieses Risiko durchaus wert.
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