Räucherstäbchen bei indilaya.de
Indische und tibetische Räucherstäbchen, Räucherkegel, Dhoop Sticks, Räucherwerk, Zubehör und vieles mehr...
07. August 2008
Posted in Internet News
Wenn morgen die olympischen Spiele in Peking beginnen, werden die internationalen Journalisten vielleicht doch noch ungefilterten Internet-Zugang erhalten. Für die chinesische Bevölkerung wird das keinesfalls gelten. Doch was genau bekommen die Chinesen nicht auf den Monitor?
Bekannt ist ja beispielsweise, dass die chinesische Regierung keine Informationen über Ereignisse des Jahres 1989 wünscht und sich beispielsweise die Ergebnisse der Bildersuche nach "Tiananmen" bei google.com und google.cn grundlegend unterscheidet. Außerdem ist bekannt, dass DNS-Filter zum Einsatz kommen, die den Zugriff auf bestimmte News-Seiten wie etwa der BBC regelmäßig behindern.
Weniger bekannt sind dagegen Filtermaßnahmen, die auf HTTP-Ebene erfolgen und bei dem bestimmte Begriffe in GET Requests zu ewigen Wartezeiten führen, oder Comic-Polizisten daran erinnern, dass da noch jemand mit liest. Das von US-Wissenschaftlern betreute Projekt "ConceptDoppler" sammelt zu dieser Form der Filterung Informationen und beschreibt wie ein "Wetterdienst des Internet" die gerade aktuell gefilterten Begriffe.
Die letzte von ConceptDoppler veröffentlichte Begriffsliste stammt vom 18. Juni und ist keineswegs kürzer als die beiden zuvor veröffentlichten. Wobei man allerdings bedenken muss, dass das chinesische System erst im Februar bedeutsam verändert wurde. Bei den Begriffen auf dieser Liste gibt es gewissermaßen Dauerbrenner die immer darauf zu finden sind. Neben dem "Tiananmen Vorfall" gehören dazu beispielsweise die relligiöse Bewegung der "Falungong", Hitlers "Mein Kampf", oder auch einfach nur das aus zwei Zeichen bestehende Zahlwort "neunundachtzig", das für das Jahr 1989 steht.
Die Filtermaßnahmen der Regierung sind also keineswegs treffsicher, sondern überbreit und man muss sich vorstellen, welche Probleme das für Chinesen bedeutet, für die wie auch immer gestaltete 89er-Informationen einfach unzugänglich sind. Ähnlich verhält es sich beispielsweise mit "Boxun" dem Namen einer in den USA betriebenen chinesischen News-Site (boxun.com), die ebenfalls den Filtern des "gerontokratischen" (gefiltert) Systems zum Opfer fällt.
Aber auch sehr spezielle und teilweise kaum nachvollziehbare Begriffe fallen der Filterung zum Opfer. Bei "Polyneikes", dem Sohn des Ödipus, kann beispielsweise nur vermutet werden, dass dieser Begriff mit Anarchie in Verbindung gebracht werden. Und bei Begriffen wie "der neue Bau der Bibliothek" oder dem Oberbegriff für "alle wahren Personen und Ereignisse" müssen selbst die Forscher von ConceptDoppler passen.
Wozu das in der chinesischen
Sprache führt, kann man nur vage erahnen. Vermuten jedenfalls
kann man, dass vielen Chinesen bekannt ist, welche Begriffe nicht
benutzt werden können - und welche Begriffe man ersatzweise beim
Schreiben oder bei der Suche nach Informationen benutzen kann. Was
zwangsläufig zu einer Veränderung der Sprache führt. Doch das ist in
autoritären Systemen keine unbekannte Erscheinung.
Links:
| < Neuere | Ältere > |
|---|




