Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
08. August 2008
Posted in Internet News
Nach Informationen der BBC hat EU-Kommissarin Viviane Reding die britische Regierung aufgefordert, Auskunft über das in Großbritannien geplante Werbesystem Phorm und die damit verbundenen Datenschutzprobleme zu geben. Die mit einer Frist (30 Tage) verbundene Anfrage könnte der Auftakt zu einer Untersuchung sein.
Das Phorm-Verfahren scheint aus Sicht des Datenschutzes sehr bedenklich, weil dabei der HTTP-Transfer der Benutzer von den Providern kontrolliert, analysiert und gegen eine Umsatzbeteiligung um gezielte Werbeinformationen ergänzt wird. Und das bisher ohne Information der Provider-Kunden.
Der Brief Redings hat daher auch im Oberhaus zu einer Reihe von Fragen geführt. Dabei ging es insbesondere darum, ob die Regierung davon wusste, dass Phorm bereits im Jahr 2006 ohne Wissen und Zustimmung der Anwender heimlich getestet worden war.
Die Haltung der Regierung ist es zunächst einmal, dass die Einhaltung von Gesetzen eine Sache der Provider ist. Von den früheren Tests habe man nichts gewusst. Doch es soll im Jahr 2007 Gespräche gegeben haben, die auf eine Anregung von Phorm hin erfolgten. In einer schriftlichen Stellungnahme des Innenministeriums heißt es dazu: "Wir begrüßen es, wenn Firmen vertrauensvoll ihre geschäftlich sensitiven Ideen und Vorschläge mit uns teilen, wenn das bedeutet, dass Erwägungen zur öffentlichen Sicherheit und rechtliche Verpflichtungen in Betracht gezogen werden können, sofern das angemessen erscheint".
Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass die britische Regierung ein Interesse an Themen wie beispielsweise der Vorratsdatenspeicherung hat. Auch die Kontrolle der Web-Nutzung scheint für sie von Interesse zu sein. Phorm-Kritiker spekulieren daher, dass eine stillschweigende Zustimmung zu dem Werbesystem es den Providern unmöglich machen würde, sich weiter führenden Kooperationswünschen der Regierung zu widersetzen.
Im Grunde könnte Phorm sogar schon die Grundlage eines solchen Systems zur breitflächigen Überwachung der Web-Nutzung bilden.
Die Rolle des Information Commissioner als britischem Datenschutzbeauftragten ist dabei schwer zu durchschauen. Dieser war nach Bekanntwerden der heimlichen Tests aufgefordert worden, ein Verfahren gegen die beteiligten Telekommuinikationsunternehmen einzuleiten. Doch das lehnte der Datenschutzbeauftragte wegen der "schwierigen Natur" der notwendigen technischen Erklärungen gegenüber dem Verbraucher ab.
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