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Für viele Beobachter überraschend hat ein Bezirksgericht in New York gestern der Klage der Autorin J.K Rowling und Warner Bros. Entertainment zugestimmt. Das in sieben Jahren Arbeit entstandene Harry Potter-Lexikon des Bibliothekars Steven Vander Ark darf nicht als Buch erscheinen.

In einer fast 70 Seiten umfassenden Urteilsbegründung erklärt das Gericht seine Entscheidung. Vander Ark Lexikon hat demnach "wesentliche Ähnlichkeit" mit den per Copyright geschützten Werken der Autorin. Die 450 Seiten des Manuskripts des eingefleischten Potter-Fans entstammten primär den 4.100 Seiten des gesamten Potter-Werks. "Die meisten der 2.437 Einträge des Lexikons enthalten direkte Zitate oder Paraphrasierungen, Details der Handlung sowie Zusammenfassungen von teilweise mehreren Szenen der Romane".

In einer Fußzeile heißt es dazu weiter, dass diese quantitative Analyse des Gerichts nicht den kleinen Anteil an den 450 Seiten berücksichtigt, der anderen Quellen entnommen wurde, Allgemeinwissen repräsentiert, oder von dem Autor selbst verfasst wurde.

Kritisiert wird zuvor auch, dass viele Zitate aus den Rowling-Büchern nicht als solche gekennzeichnet wurden. In der Gesamtheit sei das Lexikon ein Produkt der originalen Vorstellungs- und Schöpfungskraft der Autorin. Rowling selbst hatte bei ihrer Zeugenaussage im April angegeben, dass wenn der Autor um alles Anführungszeichen gemacht hätte, was er aus ihren Büchern gestohlen hat, dann müsste der größte Teil des Buches in Anführungszeichen stehen.

Dabei hatte sich Rowling in früheren Jahren noch sehr viel freundlicher über Vander Arks Web Site geäußert, die die Grundlage des geplanten Lexikons darstellt: “Das ist so eine großartige Site, auf die ich immer wieder im Internet Café einschleiche, wenn ich unterwegs am Schreiben bin und eine Sache nachschauen will. Eher das, als dass ich in eine Buchhandlung gehe und eine Kopie von Harry Potter kaufe (was beschämend ist)" (Sinngemäß übersetzt).

Auch der amerikanische Verleger der Potter-Bücher bedankte sich ausdrücklich bei Vander Ark und seinen freiwilligen Helfern "für die wunderbare Ressource, die seine Site für Fans, Studenten und selbstverständlich auch die Redakteure der Harry Potter-Serie darstellt". Und der Produzent der Harry Potter-Filme lud Vander Ark sogar zum Dreh ein und erzählte ihm, das Warner Brothers sein Lexikon täglich benutze. Was sich auch beim Besuch des Spielherstellers Electronic Arts bestätigte, wo er bei den Entwicklern der Potter-Spiele Ausdrucke seines Lexikons an die Wand gepinnt vorfand.

Als sein Verlag "RDR Books" aber den Druck des Lexikons bekannt gab, kippte die Stimmung. Dem Verlag wurde der Druck verboten und Rowling sieht in Vander Ark seither nur noch einen Dieb, gegen den geklagt werden muss, um die Rechte aller Autoren zu schützen. Um ihre Klage gegen den Potter-Fan zu begründen, weist die zur Milliardärin gewordene Buchautorin darauf hin, dass sie selbst schon seit Jahren plant, ein Lexikon zu verfassen. Dessen Erlös wolle sie dann für caritative Zwecke spenden. Ein konkretes Erscheinungsdatum für das Werk gibt es aber nicht.

 

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