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Der Musikhandel Napster wechselt noch einmal den Besitzer. Nun übernimmt die im Offline-Handel extrem starke US-Handelskette Best Buy den einstigen Vorreiter des P2P-Tauschs. Und erwirbt damit vielleicht den geeigneten Spielstein, um mit Wal-Mart zu konkurrieren.

Teuer kommt Best Buy dieses Vergnügen schon, denn zusätzlich zum Preis der Aktie von 2,65 Dollar muss der Handelsriese mit 67 Millionen Dollar einspringen, um dem Unternehmen eine Cash-Spritze zu verpassen und um laufende "Investitionen" zu übernehmen. Unterm Strich bleibt für Best Buy damit eine Kaufsumme von 121 Millionen Dollar.

Dafür erhält der Käufer ein Unternehmen, das es bisher noch versäumt hat, schwarze Karten zu schreiben. Die Einnahmen haben sich zwar schön mit schöner Stetigkeit erhöht und die "Losses" ließen sich ebenso von Quartal zu Quartal meist senken. Doch am Gewinn scheiterte die Rechnung bisher. Wobei man anerkennen muss, dass sich das Angebot des Dienstes in der letzten Zeit verbesserte und beispielsweise auch ein sich abzeichnender Verzicht auf Kopierschutzverfahren zu diesen Änderungen zählte.

Doch der große Schachzug, den der Software-Hersteller Roxio im Jahr 2002 beabsichtigte, blieb aus. Das Unternehmen hatte die Marke und die "Assets" des gescheiterten Tauschdienstes für 5,3 Millionen Dollar übernommen und wollte dessen Popularität zum Aufbau eines legalen Handels nutzen. Aber die Benutzer spielten bei dieser Rechnung nicht mit und weigerten sich, kopiergeschützte Musik zu kaufen, statt wie zuvor Musik im MP3-Format zu tauschen.

Nun bekommt Best Buy Gelegenheit, diese verpasste Chance zu retten. Wobei es vielleicht ganz spannend wird, wie die Handelskette das angeht. Denn die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten sechs Jahren extrem geändert. Und es scheint unwahrscheinlich, dass Best Buy Napster nur erworben hat, um auf diesem Gebiet auch ein wenig zu experimentieren. Dafür wäre der Kaufpreis dann doch etwas zu hoch.



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