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Die US-Handelsaufsicht FTC gibt einen bedeutenden Erfolg bei der Bekämpfung des Spam bekannt. In Zusammenarbeit mit den Behörden in Neuseeland und Australien konnte ein Schlag gegen "HerbalKing", die mutmaßlich weltweit größte "Spam Gang" gelandet werden. Die Gruppe soll zeitweilig für bis zu einem Drittel des täglichen Spam-Aufkommens im Internet verantwortlich gewesen sein.

Den eigentlichen Versand der Spam-Mails überließen die Täter anderen Spammern und den von ihnen betriebenen Botnets. Über diese Botnets wurden die Verbraucher mit Mails beschickt und zur Bestellung auf bestimmte Web Sites gelockt. Die Web Sites wiederum waren Teil eines Partner-Programms für Spammer ("Affking"), über das die Spammer ihre Belohnung erhielten.

In den Mails wurde meist für ein Mittel zur Penis-Vergrößerung geworben, beziehungsweise für Mittel zur Gewichtsreduktion. Das Mittel zur Penis-Vergrößerung wurde in den Mails als "100% pflanzlich und sicher" bezeichnet, war aber weder pflanzlich noch sicher und die erhoffte Vergrößerung des Organs konnte ebenfalls nicht stattfinden. Das Mittel enthielt vielmehr den von Viagra bekannten Wirkstoff Sildenafil, der in Wechselwirkung mit nitrathaltigen Medikamenten zu ernsten Gesundheitsproblemen führen kann.

Überhaupt fehlte der Gruppe nach US-Recht eine Genehmigung zum Online-Vertrieb von Pharmazeutika. Die Medikamente wurden bei Testkäufen ohne Rezept verschickt, wobei die eigentlichen Medikamente aus Indien geliefert wurden. Der Handel muss allerdings rege gewesen sein, denn die FTC geht von mehreren Millionen Dollar aus, die von der Gruppe eingenommen wurden. In einem Monat sollen während der Ermittlungen 400.000 Dollar über Visa geflossen sein.

Dass sonst keine genauen Zahlen genannt werden können, obwohl die Behörden in den USA die Vermögen und Aktiva der Gruppe einfrieren konnten, ist bezeichnend. Die britischen Spam-Gegner von Spamhaus.org vermuten aufgrund der veröffentlichten Dokumente, dass ein Großteil der Gelder bereits im Vorfeld außer Landes geschafft wurde. In der Klageschrift werden beispielsweise Bankgeschäfte nach Zypern sowie nach Georgien erwähnt.

Dennoch könnte die Gruppe nachhaltig getroffen sein, denn offenbar waren zumindest einige der Täter greifbar. Sollten sie in den USA verurteilt werden, droht ihnen aufgrund mehrfacher Verstöße gegen den "CAN Spam Act" eine Haftstrafe. Die "Leitung" des Unternehmens konnte aber in Australien dingfest gemacht werden und das ist nach Darstellung von Spamhaus.org ein sehr befriedigender Umstand. Denn Australien verfügt nicht nur über strenge Anti-Spam-Gesetze, sie werden auch rigide angewandt.


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