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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Ein ganz klein wenig albern klingt sie zunächst schon, die Mitteilung Googles, dass man jetzt eine eigene Site für Erkältungs- beziehungsweise Grippe-Trends eingerichtet hat. Doch die Erkenntnis, dass sich mit den aggregierten Eingaben bei der Suchmaschine schnellere Prognosen über soziale Phänomene erreichen lassen, verdient eigentlich genauere Betrachtung.

Das aber vielleicht weniger aus gesundheitlicher Sicht als aus beispielsweise wirtschaftlicher Perspektive. So präzise die Verlaufskurven Googles für die Suche nach bestimmten "Grippe-Begriffen" (z.B. Symptome, Medikamente etc.) mit der amtlichen Statistik auch übereinstimmen, so ist dieses Beispiel doch eher weniger geeignet. Schließlich hat Google bei dieser Trend-Messung den Vorteil, dass sich das Phänomen seit Jahren zyklisch wiederholt und man sich daher auch sehr genau an die Auswahl der "richtigen" Begiffe mit Prädiktor-Qualität heranmachen kann.

Zumal die amtlichen Statistiken der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) eine gute Möglichkeit zur externen Validierung der Begriffe liefern. Auch wenn die CDC-Daten aufgrund der langwierigeren Erhebung und Verarbeitung einige Tage hinter den Google-Prognosen herhinken. Die Daten bei Google werden ja gespeichert und eine nachträgliche Gegenüberstellung wird dadurch möglich. Somit kann auch nachträglich durch Korrelationsberechnungen festgestellt werden, welche Suchbegriffe einen ähnlichen Kurvenverlauf erzeugen.

Sowohl schwieriger als auch verwertbarer wäre es allerdings, wenn sich wirtschaftliche Tendenzen ebenfalls prognostizieren ließen. Etwa, wenn anhand der Suche nach bestimmten Artikeln die Nachfrage genauer prognostiziert werden könnte. Oder, wenn sich wirtschaftliche Krisen wie die Finanzmarktkrise in den USA anhand der Google-Suche leichter vorhersagen ließen.

Die ungesunde Entwicklung des amerikanischen Immobilien-Marktes deutete sich ja schon seit Jahren an. Doch der Kollaps des Systems könnte sich durch ein weiteres Ansteigen bestimmter Suchen beziehungsweise Suchmuster für Google angedeutet haben. Eine Vermutung, die sich schon bei der Überprüfung einfacher Suchbegriffe (z.B. "House for sale", "Mortgage") zu bestätigen scheint.

Solche Analysen, die eher zur Kontrolle auf Unregelmäßigkeiten geeignet sind, versprechen jedenfalls spannendere Ergebnisse als die Suche nach Grippe-Begriffen wie Fieber, Impfung. Die erscheinen nämlich mit ähnlicher Pünktlichkeit bei den Google Trends, wie etwa der Weihnachtsmann.


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