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In Australien muss sich ein 60 Jahre alter Mann in der kommenden Woche wegen der Veröffentlichung von Filmmaterial im Internet verantworten, das angeblich einen Fall von Kindesmissbrauch zeigt.

Das von ihm bei LiveLeak eingestellte Video gilt als "viral", ist im Web in Dutzenden von Kopien zu finden und wurde sogar schon im US-Fernsehen gezeigt. Für weniger zart besaitete Naturen zeigt das Video auch nichts Ungewöhnliches. Ein Vater wirbelt sein 9 Monate altes Baby an den Armen in der Luft herum und das Baby findet augenscheinlich Spaß daran.

Das ist sicher nicht ungefährlich, im speziellen Fall vielleicht sogar schädlich für die Gesundheit des Kindes und sollte keineswegs zur Nachahmung empfohlen werden. Aber es ist auch nicht das, was man gemeinhin unter Kindesmisshandlung versteht. Auch wenn das Video in der unten verlinkten CBS-Berichterstattung verteufelt wird.

So scheint es auch der Mann aus Queensland eingeschätzt zu haben, bis eine Spezialeinheit der australischen Polizei für die Bekämpfung von Kinderpornographie seine Wohnung Ende am Sonntag den 30. November durchsuchte. Dabei wollte er nur die Kopie eines weit verbreiteten Video in seinem LiveLeak-Archiv aufnehmen.

Doch ein britischer Anwender scheint sich daran gestört zu haben, denn er brachte es Interpol zur Kenntnis. Und dort war man der Überzeugung, dass das Video erstmals auf einem russischen Server tauchte, was wohl für sich schon ein dubioser Umstand ist. Also wurden die Päderasten-Jäger in Australien informiert, um den LiveLeak-Nutzer zur Strecke zu bringen.

Ihm wurde anlässlich der Hausdurchsuchung gerade noch erlaubt, bei dem Video-Dienst in Großbritannien anzurufen und um die Entfernung des Videos zu bitten. Danach ging es zum Verhör, bei dem ihm nicht einmal erlaubt wurde, alleine zur Toilette zu gehen. Auch der PC an seinem Arbeitsplatz wurde vorsichtshalber untersucht. Weshalb sich der bisher unbescholtene Bürger nun davor fürchtet, von Verwandten, Bekannten, Kollegen und Mitbürgern als Päderast angesehen zu werden. Womit er wohl nicht ganz unrecht hat.


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