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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Gestern wurde mit Nicholas Cosmo wieder ein bisher angesehener Geschäftsmann verhaftet, der seine Geschäftspartner und Investoren durch ein Schneeballsystem um etwa 400 Millionen Dollar erleichtert haben soll.

Das mag wenig erscheinen, wenn man es mit den 50 Milliarden Dollar vergleicht, die der im Dezember verhaftete Bernard Madoff mutmaßlich ergaunerte. Doch man fragt sich auch, wieso solche Geldfallen unentdeckt bleiben konnten, die sich nur durch die Anwerbung ständig neuer, zahlender Mitglieder über Wasser halten können. Vor allem, wenn in Internet-Foren teilweise schon seit Monaten sehr deutlich und in klaren Worten vor den Angeboten dieser Firmen gewarnt wurde.

Das Unternehmen Cosmos, mit dem christlich angehauchten Namen "Agape World", ist dafür ein sehr gut geeignetes Beispiel. Das Unternehmen präsentiert sich bis jetzt unter agapeworldinc.net als Geldgeber für Zwischenfinanzierungen etwa bei Bauvorhaben, wobei den Investoren wiederum eine Verzinsung im zweistellige Bereich als Rendite in Aussicht gestellt wurden.

Wie üblich bei solchen "Ponzi Schemes" erhielten die Geldgeber die versprochenen Renditen und für die wenigen Investoren, die ihre Einlagen vorzeitig zurück haben wollten, wurde wohl auch ein Teil des Geldes aufgespart. Doch spätestens im letzten Herbst deutete sich dann an, dass etwas nicht stimmt. Kreditnehmer waren angeblich nicht mehr in der Lage, ursprünglich vereinbarte Kredite zu erhalten, die Dauer der Zwischenfinanzierungen verlängerte sich, während gleichzeitig die Rückzahlung von Einlagen nicht mehr "zugelassen" wurde.

In diesem Moment wurden in Foren wie scamvictimsunited.com oder fatwallet.com ganz eindeutige Warnungen ausgesprochen. Kritische Teilnehmer zeigten, dass sich die letzten Phasen eines zu Ende gehenden Schneeballverfahrens abzeichnen. Mehr als das wurde sogar darauf hingewiesen, dass schon im Sommer viele Investoren ihr Geld aus dem Unternehmen gezogen hatten, weil bekannt geworden war, dass der Geschäftsführer Cosmo vor Gründung des Unternehmens eine Haftstrafe von 21 Monaten wegen Investitionsbetrugs abgeleistet hatte.

Bei solchen Informationen müssten bei einem Investor eigentlich alle Alarmsirenen losgehen und er müsste versuchen, sein Geld in Sicherheit zu bringen. Doch über Wochen und Monate hinweg beruhigten andere Diskussionsteilnehmer die Menge, indem sie das Verhalten des Unternehmens durch die außergewöhnlichen Marktumstände zu erklären versuchten. Wer das Unternehmen kritisierte, wurde von ihnen als "Basher" abgetan, der nur eine gut funktionierende Anlage kaputt reden will.

Ob es sich dabei um Komplizen der Betrüger handelte, oder um echte Investoren, die eine Panik vermeiden wollten, ist nicht zu sagen. Doch da sich offenbar auch keine staatlichen Stellen für Ermittlungen interessierte, blieb der Betrug bis zur Verhaftung Cosmos am Montag folgenlos. Wodurch zumindest eines klar werden sollte: Die viel gepriesenen Diskussionen im Internet haben es auch in diesem Betrugsfall nicht geschafft, aufklärend oder beschleunigend zu wirken. Obwohl die von den Teilnehmern gewählten Worte mehr als deutlich waren.

In Deutschland hätte das vielleicht schon etwas früher zu polizeilichen Nachforschungen geführt. Doch möglicherweise nicht gegen das Unternehmen, sondern gegen die Diskussionsteilnehmer, wegen der potentiell geschäftsschädigenden Äußerungen der Cosmo-Kritiker. Auch das wäre keine große Hilfe gewesen.

 

 

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