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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Google zeigt sich in einem Blog Posting (wieder einmal) energiebewusst. Laut diesem Posting setzt sich das Unternehmen zum Einen für die Entwicklung offener Standards und nicht-proprietärer Formate bei der Übertragung von Informationen in "smart Grids" ein. Zum Anderen testen Mitarbeiter zur Zeit ein Google PowerMeter, mit dem online Informationen zum Stromverbrauch im eigenen Haushalt eingesehen werden können.

Dass Google sich mit Energiethemen beschäftigt, ist nicht neu. In der Forschungsstiftung (Google.org) des Unternehmens werden vielmehr häufig solche Themen bearbeitet. Dabei geht es nicht nur um gemeinnützige Projekte, denn Google beantragt durchaus auch Patente in diesem Bereich, wie eine Schutzschrift für Meereskraftwerk im vergangenen Jahr zeigte.

Auch bei den Smart Grid-Technologien geht es um handfeste wirtschaftliche Interessen, denn es geht dabei um den Umbau der bestehenden zentral aufgebauten Stromnetze zu dezentralen und intelligenten Netzen. Bei Smart Grids handelt es sich um Systeme, die den individuellen Stromverbrauch erfassen und bedarfsorientiert sowohl den Transport als auch die Einspeisung von Energie in einem intelligenten Stromnetz steuern.

Die Erfassung des Stromverbrauchs und die Übermittlung der Ergebnisse sind somit ein grundlegendes Element der Smart Grids. Das von Google getestete PowerMeter kann daher als basaler Baustein eines Smart Grid angesehen werden. Wobei das Google Posting einen eher psychologischen Aspekt in den Vordergrund stellt. Denn das Posting bezieht sich auf Studien, wonach der Energieverbrauch in Haushalten schon alleine durch das Vorhandensein beziehungsweise durch das Bewusstwerden der Messergebnisse reduziert werden kann. Im Posting werden dabei Werte zwischen 5% und 15% erwähnt. Ein Google-Mitarbeiter spricht in einem Werbe-Video sogar von 64% in seinem eigenen Haushalt, wobei das natürlich nicht als repräsentativ zu verallgemeinern ist - um es vorsichtig auszudrücken.

Interessant ist diese Entwicklung jedoch allemal, denn sie betrifft zwei Ebenen. Sollte Google mit seinem Vorhaben Erfolg haben und in den kommenden Jahrzehnten an der Übertragung dieser Informationen beteiligt sein, dann könnte sich das Unternehmen einerseits endlich die lang ersehnte zweite Einnahmequelle sichern. Google könnte sich dann zu einer Art Energiekonzern entwickeln.

Andererseits aber wird Google mit dieser Entwicklung wieder einmal dem Ruf der "Datenkrake" gerecht, die alle nur zugänglichen Informationen sammelt, um sie zu verwerten. Dem wäre durch eine Trennung der Geschäftsbereiche sicher leicht zu begegnen. Doch man wird sehen, ob Google zu dieser Einschränkung bereit ist - wenn es erst einmal soweit kommt.

 

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