Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
27. März 2009
Posted in Internet News
Der Rückgang der Werbeeinnahmen im Print-Bereich war demnach so hoch, wie noch nie seit 1950, dem Beginn der Statistiken. Nach einem Rückgang der Einnahmen um 1,7% im Jahr 2006 und einem weiteren Rückgang um 9,4% im Jahr 2007 folgte im letzten Jahr der Absturz um 17,7%. In diesen drei Jahren sind die Print-Werbeeinnahmen damit insgesamt um über 25% gesunken und bewegen sich auf dem Niveau der frühen 90er Jahre.
Auch die Einnahmen aus der Online-Werbung, die zuletzt etwa ein Zehntel der Gesamteinnahmen ausmachten, bieten keine Hoffnung mehr. Wurde dort in den letzten Jahren ein Jahresplus von teilweise mehr als 30% erzielt, so dreht jetzt auch dort die Entwicklung ins Minus (2008: -1,8%). Das sind keine guten Aussichten für die gesamte Branche.
Wobei die größten Einbrüche bei den Print-Werbeeinnahmen nach wie vor bei den "Classifieds" liegen, den Kleinanzeigen also. Man muss davon ausgehen, dass hier das Internet eine besonders nachteilige Entwicklung für die Zeitungen ausgelöst hat. Seien es Kontaktanzeigen, Stellengesuche oder Verkaufsangebote, für fast jede Kleinanzeigenrubrik findet sich inzwischen im Internet eine bessere Umgebung als eine Zeitung sie bieten kann.
Dabei sind die Randbedingungen für Kleinanzeigen in wirtschaftlich schlechten Zeiten eigentlich recht gut. Nimmt man beispielsweise die Entwicklung des Suchbegriffs "Craigslist" bei Google Trends als Indikator für die Nutzung des größten Online-Kleinanzeigendienstes der USA, dann kann man von einem beträchtlichen Wachstum in den letzten drei Jahren ausgehen. Es wird oft angenommen, dass sich dies unter anderem durch ein vergrößertes Angebot und eine ebenso vergrößerte Nachfrage für gebrauchte Artikel erklärt.
Doch dieser Trend ist offline einfach nicht existent. Dort sanken die Einnahmen zwischen 2006 und 2008 von 17 Milliarden Dollar auf nur noch 10 Milliarden Dollar im letzten Jahr. Wie sich auf dieser Grundlage der Zeitungsmarkt in den USA als Ganzes behaupten will, ist mit einem großen Fragezeichen verbunden. Selbst führende überregionale Qualitätszeitungen wie die New York Times oder die Washington Post haben bereits mit Entlassungen, Lohnkürzungen und unbezahltem Zwangsurlaub reagiert.
Verglichen mit dieser Situation stellt sich die Zeitungslandschaft in Deutschland fast noch als Idyll dar. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) geht beispielsweise davon aus, dass die Zahl der Beschäftigten in der Werbebranche "zunächst" stabil bleiben wird. Für die Anzeigenumfänge insgesamt wird für das letzte Jahr ein Minus von 3,4% in den alten Bundesländern und 5,2% in den neuen Bundesländern angegeben.
Das wären im Grunde noch erträgliche Zahlen Allerdings geben die Umfänge noch keinen zu konkreten Hinweis auf die Entwicklung der Einnahmen. Und bedenklich scheint die Entwicklung bei den Anzeigen auch hier, denn bei den Immobilien-Anzeigen gab es beispielsweise Verluste von 14,1% im letzten Jahr. Überhaupt gab es in allen Bereichen der Anzeigen Rückgänge, egal ob Markenartikler-Werbung oder Kleinanzeigen.
Ein Plus (2,3%) gab es nur bei den Familienanzeigen, doch wie soll die Zunahme von Todesanzeigen Hoffnung verheißen?
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