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Nach einigem Zögern hat sich Google in Südkorea offenbar bereit erklärt, ab dem 1. April nur noch überprüfte Anwender Videos bei YouTube einstellen zu lassen, die sich unter ihrem wahren Namen angemeldet haben.

Der Termin dieser Neuerung deckt sich mit dem Inkrafttreten einer Gesetzeserweiterung, wonach alle Sites mit mehr als 100.000 Besuchern täglich die "Real Names" der registrierten Benutzer erfassen müssen. Nach Darstellung des koreanischen Hankyoreh hat sich Google lange Zeit bemüht, diese gesetzlichen Vorgaben zu umgehen. Das Argument war es, dass die Meinungs- und Redefreiheit des Dienstes weltweit in gleicher Weise gesichert sein sollte.

Man war sogar angeblich bereit, YouTube in Südkorea total aufzugeben, um sich der Forderung nicht unterwerfen zu müssen. Das wäre allerdings eine schmerzhafte Einbuße für Google bedeutet. Nun wird man die gesetzliche Forderung erfüllen, will aber zumindest sicherstellen, dass ausländische Besucher Südkoreas nicht zur der namentlichen Registrierung gezwungen werden.

Die Entscheidung Googles muss dabei vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die Suchmaschine ebenso wie andere Unternehmen (z.B. Cisco, Microsoft und Yahoo) in den vergangenen Jahren viel Kritik in ihrem Heimatland ernteten, weil sie sich insbesondere in China zu sehr den dort geltenden Gesetzen unterworfen hatten. Von Seiten einiger US-Politiker war der Eindruck aufgebaut worden, dass die Unternehmen aus reiner Profitgier die im eigenen Land geltenden Grundrechte ignorieren, wenn sie in fernen Ländern ihren Geschäften nachgehen.

Eine verpflichtende Registrierung mit wahrem Namen, wie sie jetzt in Südkorea gefordert wird, wäre in den USA so gut wie nicht durchsetzbar. Daher ist es einerseits nachvollziehbar, wenn Google sich nun längere Zeit gegen die koreanische Forderung zur Wehr setzte. Andererseits muss man auch einräumen, dass der Suchmaschine vermutlich arrogantes Verhalten zum Vorwurf gemacht worden wäre, hätte sich Google sofort der Forderung unterworfen. Es im Rahmen der Globalisierung allen recht zu machen, ist erkennbar nicht einfach.

 

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