suedtirol-wellnessWellness Südtirol

In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

"Das Elektrizitätsnetz in den USA von Spionen durchdrungen" schreibt das Wall Street Journal heute auf der Seite A1. Mehrere "leitende Beamte" bestätigen demnach, dass China, Russland und andere Länder das Stromnetz, aber auch andere Einrichtungen der Infrastruktur durch Hacker-Angriffe in ihre Gewalt bekommen haben.

Diese Kontrolle könnten sich Angreifer im Fall eines Krieges zunutze machen, schreibt das Blatt weiter. Ein Szenario, wie es in den letzten Jahren immer wieder in den Medien und der Politik gezeichnet wurde. Doch einen kleinen Makel hat dieser Artikel des Grauens: Das Wall Street Journal kann keinen einzigen der heutigen beziehungsweise früheren Beamten beim Namen nennen, wenn es über Risiken schreibt und dabei die Beamten wörtlich zitiert. Die einzigen Personen, die im Rahmen des Beitrags namentlich erwähnt werden, sind Beamte, die beispielsweise bei früheren Anhörungen vor möglichen Risiken warnten.

Der so prominent veröffentlichte Text des von Rupert Murdoch übernommenen Wirtschaftsblatts steht also auf schwachen Füßen. Es gibt keine wirklich neuen Gefahren oder Probleme, nur das aufgewärmte Angstszenario, wie es in den Jahren der Bush-Regierung so häufig strapaziert wurde. Und dieses Bild wird mit Beispielen untermauert, wie etwa dem des unzufriedenen Mitarbeiters einer Kläranlage in Australien, der vor 9 Jahren aus Ärger über seinen Arbeitgeber Abwässer in Felder und Parks leitete.

Nur über ein aktuelles Ereignis gibt es in diesem Zusammenhang etwas zu berichten: In der kommenden Woche wird die "Cybersecurity Review" der Regierung Obama vorgestellt, also eine Bestandsaufnahme der Sicherheit bei den Infrastruktur-Einrichtungen samt Bedarfsanalyse für künftige Investionen. Wer auch immer von diesen Investitionen profitieren mag, wird sich über den Bericht des Wall Street Journal in einer sonst nachrichtenarmen Woche freuen.

Womit natürlich keineswegs gesagt werden soll, dass bei diesem Beitrag möglicherweise wirtschaftliche oder politische Interessen die Feder geführt haben. Schließlich gilt das konservative Wall Street Journal als Qualitätszeitung und die dort veröffentlichten Beiträge werden auch gerne von anderen Medien übernommen. So schreiben schon jetzt laut Google News über 70 US-Medien über die Gefahren des von Spionen infiltrierten US-Stromnetzes. Dann muss ja wohl an der Geschichte etwas dran sein.

 

Links:



Du musst Dich anmelden oder registrieren, um einen Kommentar zu schreiben.

am häufigsten aufgerufen...