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Dem britischen Werbeüberwachungssystem Phorm droht neues Ungemach. Amazon Großbritannien hat sein Opt-out aus dem System publik gemacht. Das dürfte kein Einzelfall bleiben, denn die Bürgerrechtsbewegung Open Rights Group kennt bereits drei weitere Phorm-Aussteiger.

Erst gestern war bekannt geworden, dass die Europäische Kommission bereit ist, rechtliche Schritte gegen Großbritannien wegen Phorm einzuleiten. Sollte es dazu kommen, dürfte mit einem viele Monate wenn nicht gar Jahre dauernden Verfahren zu rechnen sein. Doch die Bekanntgabe des amerikanischen Buchhändlers, die von Phorm abgetrotzte Opt-out Funktion zu nutzen, könnte das Ganze beschleunigen.

Ursprünglich sah das inzwischen in "Webwise" umbenannte Verfahren kein Opt-out vor. Nachdem die EU-Kommission aber ihr Interesse an der rechtmäßigkeit des Verfahrens zeigte und auf eine Zustimmung der Verbraucher zur Teilnahme drängte, wurde eine Möglichkeit zum Opt-out eingerichtet. Auch für "Publisher" wurde ein Opt-out vorgesehen, wobei sich die British Telecom als wichtigster Unterstützer von Phorm gegen eine Veröffentlichung weiterer Informationen entschied. Es sollte vertraulich bleiben, welche Publisher sich gegen eine Teilnahme aussprechen.

Wenn nun Amazon seinen Unwillen öffentlich bekundet, wird damit also eine neue Situation geschaffen. Nun kann es geschehen, dass auch andere Sites plötzlich ihr Herz für den Datenschutz der Verbraucher erkennen.

Dazu hat im übrigen die Open Rights Group bereits im März neben Amazon auch AOL (Bebo), eBay, Facebook, Google (YouTube), Microsoft und Yahoo aufgefordert. Außer Amazon hat aber bisher keines der großen Unternehmen auf diese Forderung reagiert. Die Firmen werden wohl ihre Gründe dafür haben, sich nicht als Gegner von Tracking-Verfahren zu präsentieren.  

 

 

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