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Der Marktforscher Nielsen will anhand seiner Statistiken erkannt haben, dass es für das weitere Wachstum von Twitter einen beträchtlichen Hemmschuh gibt: Trotz eines enormen Wachstums hinsichtlich der neuen Nutzer gelingt es dem Microblogger-Dienst nicht, die Benutzer langfristig an sich zu binden.

Zur Zeit beträgt die Rate der Besucher etwa 60%, die in einem Monat nicht mehr zu den Besucher zählen. Das heißt, nur etwa 40% des heutigen Benutzerstamms werden im kommenden Monat immer noch zwitschern ("Audience Retention Rate"). Die Verluste werden nicht zuletzt aufgrund der hohen Popularität des Dienstes in der Berichterstattung, beziehungsweise in den Medien allgemein zwar wieder aufgefangen und Twitter kann somit trotz der Verluste auf eine steile Wachstumskurve verweisen.

Doch das gilt aus statistischer Sicht nur bis zu einem gewissen Schwellenwert. Ab einer Reichweite von etwa 10% müsste der Dienst seine Verbleibquote deutlich steigern, um weiter wachsen zu können. Das aber dürfte schwierig werden. In der bisherigen Entwicklung lag die Verbleibquote des Dienstes eher noch niedriger bei meist unter 30%. Der aktuell höhere Wert wird von Nielsen damit in Verbindung gebracht, dass in letzter Zeit Stars wie etwa Oprah Winfrey zu twittern begonnen haben.

Solche Stars haben häufig ein treues (Million-Publikum) das vielleicht etwas mehr Stetigkeit zeigt, wenn es als Follower das Twitter-Treiben verfolgt. Doch Stars haben unter anderem die unangenehme Eigenschaft, selbst auch nur auf Erfolgsmodelle zu setzen. Das heißt, sobald Twitters Stern zu sinken beginnt, werden wohl auch viele Stars dem Dienst den Rücken kehren.

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, müsste Twitter es wie Facebook oder MySpace schaffen, die Verbleibquote etwa durch weitere Unterhaltungsangebote zu erhöhen. Die beiden Dienste liegen mit ihren Quoten etwa gleichauf bei zur Zeit ca. 60%. Doch dafür bieten Facebook und MySpace eben auch eine ganze Reihe weitere Möglichkeiten wie etwa Spiel-, Musik- und Filmangebote, die die Besucher immer wieder anlocken.

Bei Twitter scheint der virtuelle Klebstoff zur Zeit in erster Linie darin zu bestehen, als Schreiber neue Follower zu gewinnen, oder als Beobachter interessanten Personen zu folgen ("Follower"). Wird der Ehrgeiz enttäuscht, weil nur wenige dem Zwitschern folgen, oder erweisen sich die Sprüche der Verfolgten nach einiger Zeit als weniger bedeutsam, dann verliert der Dienst schnell wieder seine Nutzer.

Diese Erfahrung dürften die meisten Internet-Nutzer aber jeweils nur einmal während ihrer Online-Karriere machen. Irgendwann hat Twitter also das Potential an neuen Benutzern aufgebraucht. Dann verlangsamt sich auch das Wachstum durch neue, unverbrauchte Zwitscherer und bei gleich bleibend niedriger Verbleibquote beginnt der Stern zu sinken. 

 

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