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Facebook steht zur Zeit in den USA unter Beschuss, weil das soziale Netzwerk sich weigert, Gruppen von Holocaust-Verneinern zu sperren. Die Diskussion kann dabei vor allem Eines zeigen: Die Entschlusskraft des Unternehmens und seine moralische Stärke stehen in keinem Verhältnis zur Größe des Netzwerks.

In der bisher vielleicht deutlichsten Stellungnahme hat der Unternehmenssprecher Barry Schnitt beispielsweise erklärt, dass es hier um eine schwierige Entscheidung geht, zu der es eine Vielzahl von internen Diskussionen auch mit Experten gegeben habe. Doch als Ergebnis habe man sich dazu entschlossen, die offensiven Inhalte nicht zu entfernen: "Wir wollen, dass es (Facebook) ein Ort ist, wo Menschen alle Ideen diskutieren können und seien es kontroverse Ideen".

Doch von solchen Sprüchen scheinen sich nur wenige blenden zu lassen. Einer der Kritiker, Brian Cuban, wendet sich beispielsweise in einem offenen Brief an den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, um die Entfernung der Holocaust-Verweigerer zu fordern (Brian Cuban ist der Bruder von Mark Cuban, der durch den Verkauf von Broadcast.com an Yahoo zum mehrfachen Milliardär wurde). Cuban bezweifelt augenscheinlich, dass es wirklich interne Diskussionen oder Beratungen mit Experten gab. Und weil er in der ganzen Bewegung nichts anders als eine "Hasspredigt gegen die Juden" sieht und den Versuch, ähnlich gesinnte Personen zu rekrutieren, verlangt er von Zuckerberg ein Verbot der entsprechenden Gruppen bei Facebook.

Noch wesentlich deutlicher beschreibt Michael Arrington in seinem techCrunch-Blog die Haltung des Unternehmens. Für Arrington ist klar, dass Facebook und die Unternehmensverantwortlichen einfach zu feige sind, den Rechtsradikalen die Tür zu weisen. Als Argument für diese Position zeigt er einige Screenshots der "Diskussionen", die nichts anderes als Hassreden sind, aber von Facebook dennoch nicht verboten werden.

Dabei wäre es das Recht des Unternehmens, die Nutzungsbedingungen so zu fassen, dass solche Inhalte einen Regelverstoß darstellen. Ein Recht auf freie Meinungsäußerung muss das Privatunternehmen seinen Benutzern nicht einräumen, es kann über die Nutzungsbedingungen sein Hausrecht frei wahrnehmen. Aber das geschieht von Seiten Facebooks einfach nicht.

Stattdessen, so Arrington, werden zwar Bilder stillender Mütter von den Facebook-Aufpassern als "unanständig" entsorgt. Doch die Postings, in denen der Massenmord entweder geleugnet oder rechtfertigt wird, bleiben bestehen. Dafür, meint der Blogger weiter, dürfte man vermutlich auch nicht die Bilder nackter rumänischer Kinder bei Facebook einstellen, die als Opfer der medizinischen Experimente in Auschwitz als Beleg für den Holocaust dienen könnten. Solche Bilder würde Facebook vermutlich als Kinderpornographie einstufen und verbieten, meint Arrington zum Abschluss seines Postings ätzend.

 

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