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Der kanadische Rechtsprofessor Michael Geist, selbst Kritiker zu weit gehender Urheberrechtsverschärfungen, hat eine angeblich unabhängige Forschungseinrichtung beim Abschreiben ertappt. Ein Forschungsbericht der Organisation, der sich gegen die Online-Piraterie wendet, hat sich in beträchtlichem Umfang bei Dokumenten einer US-Organisation bedient.

Diese amerikanische Organisation, die "International Intellectual Property Alliance", agiert als Lobby für die gesamte Unterhaltungsindustrie. Da diese Allianz mit den Ergebnissen des kanadischen Berichts erwartbar konform geht, ist mit einer Kritik der Plagiierten nicht zu rechnen. Doch für Geist wird damit ein weiteres Mal deutlich, dass auch vermeintlich neutrale Sachverständige in der Diskussion um neue Urheberrechtsgesetze häufig interessengeleitete Lobbyisten sind.

So, wie es den Terminus technicus der Geldwäsche gibt, so könnte man hier von einer Art Politikwäsche sprechen. Denn im Fall des kanadischen Forschungsberichts erfolgte eine Finanzierung durch kanadische Organisationen, die den Rechteinhabern und ihren Zielen nahe stehen. Da die Forschungseinrichtung, das "Conference Board of Canada", sich aber als unabhängig von seinen Geldgebern ausgibt, müssten auch die Ergebnisse neutral und objektiv gewonnen werden.

Stattdessen aber hat nach Darstellung Geists die kanadische Urheber-Lobby das Conference Board dafür gezahlt, Ergebnisse zu produzieren, die den Aussagen der amerikanischen Lobbyisten entsprechen. Durch diese "Einbürgerung" sollte den Argumenten in der kanadischen Diskussion mehr Gewicht verliehen werden.

 


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