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AP beschäftigt sich mit einem Thema, das sonst kaum Beachtung findet: Den im Sog der Twitter-Popularität nach oben gespülten URL-Verkürzern und ihren jeweiligen Geschäftsmodellen.

Dienste dieser Art sind ja keineswegs neu. Einer der Ältesten, TinyURL.com, besteht bereits seit dem Jahr 2002 und wurde damals von Kevin Gilbertson, entwickelt, einem enthusiastischen Einradfahrer, der es hasste, wenn seine Sport-Links in Mails "zerrissen" wurden. Schon früh wurde aber auch Kritik an diesen Links laut, weil befürchtet werden muss, dass mit dem Wegfall dieser (Hobby-) Angebote auch zahllose Links im Web von heute auf morgen verschwinden können.

Das ist auch schon geschehen. Im Jahr 2007 machte ein intern-Leser darauf aufmerksam, dass Links von shorl.com nicht mehr auf die gewünschten Ziele umleiten. Nach Kontaktaufnahme mit den schwedischen Betreibern stellte sich heraus, dass ein Server-Umzug zu einem bis dahin noch nicht bemerkten Fehler geführt hatte. Tage nach der Entdeckung wurde das Problem behoben.

So unaufgeregt wie damals würden heutige Ausfälle nicht mehr behandelt. TinyURL, das zunächst bei Twitter zur automatischen Verkürzung von URLs Einsatz fand, wurde beispielsweise ohne Ankündigung gefeuert. Angeblich, weil der Dienst zu unzuverlässig sei, heißt es von Seiten Twitters. Stattdessen werden URLs nun von bit.ly geschrumpft, einem mit 2 Millionen Dollar ausgestatteten Spin-Off von Betaworks, einem Geldgeber von Twitter.

Das hört sich schon mehr nach einem Business-Modell des URL-Verkürzens an. In diese Richtung denkt man auch bei bitly, wo man bisher drei denkbare Einnahmequellen erkannt hat: Entweder, man überführt die beliebtesten URLs auf eine werbefinanzierte Web Site, oder man verkauft die URL-Tipps an Suchmaschinen oder andere Medienangebote, die damit Trends erkennen und publizieren können. Oder aber, man bietet seine Dienste kostenpflichtig an, wobei man an Unternehmenskunden denkt, oder an besonders aktive Individuen.

Das dürfte allerdings schwierig sein, solange Dutzende von Diensten die gleiche Lösung kostenlos anbieten. Allerdings hat mindestens einer dieser Dienste schon die Möglichkeit erkannt, die verkürzten Links durch Werbung zu versilbern. LinkBee schaltet zwischen dem Aufruf des kurzen Links und der Zielseite entweder ein Interstitial, oder ein Banner in einem Frame Set - was in Deutschland rechtswidrig wäre. Die Benutzer des Dienstes, die diese Möglichkeiten nutzen, werden zur Hälfte an den Einnahmen beteiligt. Ob sich das finanziell rechnet, bleibt offen.

LinkBee und alle anderen Dienste scheinen aber zur Zeit ohnehin in erster Linie daran interessiert, an Masse zu gewinnen. Dabei koppeln viele dieser Dienste ihren eigenen Erfolg an Twitter, denn nur bei diesem Pocket Bike der modernen Kommunikation sind die kurzen URLs wirklich von Nutzen. Doch die Zukunft Twitters steht auf tönernen Füßen, denn die Benutzer des Dienstes entwickeln keine rechte Bindung zu dieser Kommunikationsform. Warum das so ist, ist schwer zu verstehen, wenn man noch nie auf einem Pocket Bike gesessen hat. 

 

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