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Der französische Domain Provider Gandi.net hat beim Marktforscher Future Laboratory eine Studie zum Thema "Erweiterte Top Level Domains" in Auftrag gegeben und gibt nun seinerseits die Ergebnisse dieser Auftragsstudie stückchenweise preis. Trotz dieser sicher zielgeleiteten Selektion sind einige Ergebnisse ganz interessant.

Aus Sicht des Providers ist es sicher das wichtigste Ergebnis, dass zwei Drittel der befragten Unternehmen gar nicht wissen, dass die Internet-Verwaltung ICANN im nächsten Jahr den Domain-Markt "liberalisieren" will - was im übrigen nicht beschlossene Sache, sondern eher erklärtes Ziel der ICANN ist. Die Unternehmen wissen demnach also noch gar nicht, welche Vorteile eine eigene Top Level Domain für sie haben kann, meint Gandi.

Und sie wissen folgerichtig auch noch nicht, welche Kosten dieser Einstieg in die TLD-Welt für sie bedeutet, wobei sich Gandi in einer Schätzung auf etwa 186.000 Dollar festlegt, was in den Rahmen der sonstigen Schätzungen fällt. Man darf schließlich nicht zu kleinlich sein, wenn es um Kostenschätzungen im Zusammenhang mit der ICANN geht.

Doch in der Auftragsstudie wurden neben Unternehmen auch Verbraucher beziehungsweise Internet-Nutzer befragt und bei diesen zeigt sich in erster Linie Skepsis ob der neuen TLD-Vielfalt. Nur 15% der Befragten fänden beispielsweise eine TLD für ihren jeweiligen Beruf attraktiv und 28% stehen solchen TLDs sogar ablehnend gegenüber. Das ist aus vielen individuellen Gründen nachvollziehbar, aber auch allgemein, weil ICANN solche TLDs nur einrichten könnte, wenn Berufsverbände sich engagierten und die entsprechende TLD auf eigene Kosten verwalten würden. Das setzt Konsens voraus, der unter Berufsverbänden oder Gewerkschaften wohl eher die Ausnahme ist.

TLDs aus den Bereichen Pornographie und Religion wiederum wären den Befragten hochgradig suspekt: 84% halten .sex für zwielichtig ("dodgy") und zwei Drittel bezeichnen .god als unseriös ("suspect"). Mangelndes Vertrauen scheint allgemein ein Kennzeichen der Verbraucher zu sein, die von der Zunahme des "Cybersquatting, Phishing und der Werbung im Domain-Umfeld beunruhigt sind".

Wie aber soll dieses Vertrauen durch neue TLDs erhöht werden, wenn schon jetzt im Fall der TLD .god Zweifel an den Berechtigung der Registry existieren? Wer soll denn über .god bestimmen, der Vatikan, die Imame oder gar ein Atheisten-Club? Man wird den Eindruck nicht los, dass ICANN noch viel Überzeugungsarbeit leisten muss, ehe die (für ICANN lukrative und Existenz bewahrende) Liberalisierung sich wirklich umsetzen lässt.

Noch dazu, wo sich ICANN selbst in einer schwierigen Situation befindet, nachdem etwa aus Europa erneut Forderungen geäußert wurden, die auf eine Loslösung der Internet-Verwaltung von der US-Regierung abzielen.

Nichtsdestotrotz werden vielleicht gerade deshalb einige Unternehmen aus dem Bereich der globalen Top 500 es nicht versäumen, auf ICANNs Vorschlag einzugehen. Schließlich kann es nicht schaden, Kontrolle über die eigene Marke als TLD zu übernehmen, ehe die Internet-Verwaltung von der byzanthinischen Unübersichtlichkeit der kalifornischen Non-Profit Organisation und ihrer undurchsichtigen Beziehungen zur US-Regierung vielleicht in die byzanthinische Unübersichtlichkeit der EU oder der Vereinten Nationen (ITU) übergeht.

Insgesamt werden die neuen TLDs mittelfristig aber nur geringe Auswirkungen auf die Nutzungsgewohnheiten der Verbraucher haben. Schließlich wurden in den letzten Jahren schon einige neue TLDs geschaffen, denen es aber nicht gelungen ist, die bekannten Strukturen aufzuweichen. Nach wie vor wird das Internet beziehungsweise das WWW von Domains dominiert, die entweder mit .com, .net oder einer nationalen TLD enden.

"Dot Com" ist nach wie vor die wichtigste TLD und daran hätte sich allenfalls etwas ändern können, wenn schon frühzeitig der TLD-Bereich liberalisiert worden wäre. Diese Chance hatte das Internet, als Ende der 90er Jahre der Vertrag der US-Regierung mit (damals) Network Solutions auslief und die Provider-Gruppe CORE sich gemeinsam mit "Internet-Gott" Jon Postel an eine grenzenlose Erweiterung des TLD-Bereichs machen wollte.

Doch es war ausgerechnet die damals von Bill Clinton per demokratisch kaschiertem Dekret eingesetzte ICANN, die diese Plänen verhinderte und "Gefahren" in einer Ausweitung der TLDs sah. Diese Gefahren scheinen jetzt verschwunden zu sein.

Ob das damit zu hat, dass die mit dem ICANN-Management eng zusammen arbeitenden Juristen erkannt haben, dass 100.000 Dollar für die juristische Prüfung von jedem TLD-Antrag angesichts einer unbegrenzten Zahl von potentiellen TLDs auch einen hübschen Acker ergeben?

 

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