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17. Juni 2009
Fleischer, der früher in Pöbel-Laune meinte, die EU-Gesetze seien auf Google nicht anwendbar, zeigt jetzt in einzelnen Punkten zwar kein Einsehen, aber immerhin Kompromissbreitschaft. Ob das für alle Forderungen der europäischen Datenschützer gilt, bleibt offen, denn Fleischer nennt nur zwei, in denen Google ein gewisses Nachgeben zeigt.
Das gilt erstens für die vorherige Ankündigung der fotografischen Aufzeichnungen in Ländern, in denen Street View bisher noch nicht verfügbar ist. Das, so Fleischer, habe Google schon in Ländern wie Irland, Belgien, Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Polen, Tschechien und der Schweiz durch die enge Zusammenarbeit mit der Presse erreicht.
Dem müsste man allerdings hinzufügen, dass der eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür erst vor wenigen Tagen folgendes Statement abgegeben hat: "Google hat eingelenkt, wir haben letzte Woche die entsprechende Zusage erhalten: Leute müssen informiert werden, bevor Google Bilder aufnimmt, damit sich die Betroffenen entsprechend verhalten können". Möglicherweise gilt das auch für andere Länder in Europa, doch so deutlich wird Fleischer dann doch nicht, wenn er über die Probleme spricht, die mit einer Ankündigung der Kamerafahrzeuge einhergehen.
Auch im zweiten Punkt, wenn es um die Forderung der Datenschützer nach Löschung der Original-Fotos von Personen geht, bleibt der Jurist eher an der Oberfläche. Es geht dabei um jene Fotos, die Google zufällig von Passanten schießt, um dann aber in einem automatisierten Verfahren die Gesichter dieser Personen zu verwischen. Wie Fleischer meint, ist dieses Verfahren nicht ganz zuverlässig, weshalb eine Kontrolle der Bilder vorgesehen ist. Für diesen Zweck müssen die Original-Fotos gespeichert bleiben, um Fehler zu korrigieren.
Dennoch will Google nach seinen Angaben auch in diesem Punkt einlenken. Womit sich ankündigt, dass Google Maps nun nach Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien bald auch in Deutschland angeboten wird.
Bilder werden zwar auch in Deutschland schon seit geraumer Zeit gemacht, doch wenn zukünftig wirklich eine Vorankündigung der Google-Fahrten erfolgen sollte, dann wird Street View hierdurch vielleicht eine andere Qualität erhalten. Vielleicht sieht man dann bei Google Maps öfter Häuser, die in Christo-Manier vor den neugierigen Augen Googles verborgen werden. Oder vielleicht nutzen Mitteilungssüchtige die Ankündigung auch, um spezielle Google-Transparente aufzustellen. Man darf auf Überraschungen gespannt sein...
Update: Inzwischen wurde auch eine deutschsprachige Mitteilung in FAQ-Form veröffentlicht, die die Änderungen konkretisiert. In der FAQ wird unter anderem eine Ankündigung veröffentlicht, wo und wann Google Street VCiew Aufnahmen machen wird.
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