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In Googles einst so hoch gelobtem System der Kreativitäts-Abschöpfung unter den Mitarbeitern scheint es doch Lücken zu geben. Wie das Wall Street Journal berichtet, wird bei der Suchmaschine gerade die Reporting-Kette neu geordnet, um interessante Ideen der Mitarbeiter nicht untergehen zu lassen. Was bedeutet, dass dies bisher geschehen konnte.

Gemeint sind damit insbesondere die 20%-Projekte der Mitarbeiter, die es ihnen gestatten, wöchentlich einen Arbeitstag für eigene Vorhaben zu nutzen. Ob dieses Ideal wirklich bei jedem Angestellten erfüllt wird, sei dahingestellt. In der Vergangenheit war jedenfalls schon häufiger zu hören, dass der Arbeitsalltag in vielen Fällen die Möglichkeit zur kreativen Arbeit einschränkte.

Mit der jetzt eingeführten Änderung wird der Auswahl- und Ideensammlungsprozess allerdings formalisiert. "Blubberten" bisher die Ideen zu neuen Projekten in der Hierarchie nach oben, so werden jetzt leitende Mitarbeiter zu Treffen ("Innovation Reviews") verpflichtet, bei denen die von den Mitarbeitern entwickelten Ideen gesammelt und einer ersten Prüfung zugeführt werden. Die Ergebnisse dieser Treffen werden auch dem Top-Management zur Kenntnis gebracht.

Viel versprechende Ideen können so schneller aufgegriffen und vorangetrieben werden. Zugleich können diese Ideen aber auch schneller von ihren Urhebern abgenabelt und unter Kontrolle des Unternehmens gebracht werden. Denn für Google stellt sich in diesem ganzen Prozess ein weiteres Problem: Wechseln die Mitarbeiter zu einem anderen Arbeitgeber, so besteht die Gefahr, dass sie mitsamt ihren Ideen beziehungsweise ihrem Projekt abziehen. Das kann sich Google in Zeiten steigenden Wettbewerbs wohl nicht mehr erlauben.

 

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