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Das Wall Street Journal berichtet vorwurfsvoll über die Unterstützung der iranischen Machthaber durch europäische Unternehmen. Namentlich dem Joint Venture Nokia Siemens Networks wird angelastet, die iranische Regierung mit technischem Gerät ausgestattet zu haben, das eine Überwachung des Internet ermöglicht.

Das Wirtschaftsblatt Rupert Murdochs - sonst nicht als moralischer Bedenkenträger bekannt, wenn es um Wirtschaftsthemen geht - sieht in den Geschäften der Europäer eine weitaus schlimmere Unterstützung des iranisches Regimes als etwa im Filtern oder Unterbrechen von Internet-Verbindungen. Durch die Bereitstellung eines "Monitoring Centers" für das staatliche Telekom-Monopol machen es Nokia und Siemens möglich, die Daten-Pakete des Internet in ihrer Gesamtheit zu untersuchen, um das Kommunikationsverhalten der Bürger zu überwachen.

Dass dies geschieht, legt der Bericht durch den Hinweis nahe, dass bei einer "Deep Packet Inspection" die Übertragung der Daten verzögert wird, und dass iranische Benutzer sich über ein zur Zeit zehn Mal langsameres Internet beklagen.

Das Wirtschaftsblatt vergleicht die Situation Irans auch mit den Zensurmaßnahmen Chinas, weist aber darauf hin, dass in beiden Ländern unterschiedliche Strategien zum Einsatz kommen. So kann der Datenverkehr der 23 Millionen Internet-Nutzer des Irans im Unterschied zu China und seinen 300 Millionen Anwendern durch eine einzige zentrale "Telecommunication Infrastructure Co." geleitet werden. Damit lassen sich beispielsweise internationale Transfers an zentraler Stelle erfassen.

Ohne die Kritik des Wall Street Journal an der Kooperation westlicher Unternehmen mit den Schnüffel-Mullahs einschränken zu wollen, fällt dennoch eine gewisse Einseitigkeit des Berichts auf. So konzentriert sich Wall Street auf die beiden europäischen Unternehmen und führt eine Vielzahl weiterer Zensurmaßnahmen (z.B. Sperrlisten in Deutschland und Großbritannien), erwähnt aber nicht die Rolle, die US-Firmen wie Cisco oder auch Google und Yahoo in Ländern wie China spielen. Dort wird staatliche Zensur erst durch US-Unternehmen möglich.

Ebenfalls unerwähnt bleibt, dass in den letzten Jahren in den USA selbst mit größter Wahrscheinlichkeit ein ähnliche Überwachungsstruktur entstanden ist, wie sie das Blatt dem Iran vorwirft. Für das Data Mining in den USA haben vermutlich US-Unternehmen die notwendige Technik gestellt und die Telekom-Unternehmen haben nach Angaben von Beobachtern den Nachrichtendiensten großzügig Zugang zur gesamten Infrastruktur ihrer Netze gegeben.

Doch das geschah zum Schutz der Demokratie und nicht zum Schutz einer möglicherweise durch Wahlmanipulationen an der Macht gebliebenen Regierung.

 

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