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DNS-Blocklisten für Spam, die oft von Spam-Gegnern in unentgeltlicher Fleißarbeit und mit beträchtlichen Unkosten aufgebaut wurden, gibt es einige. Doch haben sie auch einen Marktwert? Wie das Beispiel der australischen SORBS-Liste zeigt, muss diese Frage wohl bejaht werden.

Die Liste wurde von Matthew beziehungsweise heute Michelle Sullivan an der University of Queensland aufgebaut und seit einigen Monaten vom neuen Arbeitgeber Sullivans, der Griffith University gehostet. Doch die Universität kann sich die hohen Kosten von 6.000 australischen Dollar (3.450 Euro) pro Monat nicht leisten. Diese Kosten gehen mit den über 30 Milliarden DNS-Queries einher, die SORBS täglich zu bewältigen hat.

Daher hat die Universitätsleitung Sullivan dazu aufgefordert, für ihr SORBS-Projekt anderswo Unterschlupf zu suchen. Doch das ist nicht einfach, das SORBS zunächst einmal nur Kosten produziert. Dennoch scheinen einige Interessenten bereit, für das System zu zahlen. Nachdem SORBS zum Verkauf ausgeschrieben wurde, folgten bisher etwa 60 Kaufangebote. Das Höchste davon beläuft sich auf 1,2 Millionen Dollar (690.000 Euro).

Einige andere Angebote sollen noch wesentlich höher gewesen sein, doch die stammten aus "unseriösen Vierteln", also vermutlich von Spammern. Die dürften ein großes Interesse an der Liste haben, weil sie dadurch beispielsweise ihre eigenen IP-Adressen aus SORBS streichen könnten. Doch Sullivan scheint an diesem schnellem Reibach nicht interessiert und kündigt bereits an, SORBS mit Ablauf der von der Universität gesetzten Frist (20. Juli) lieber abzuschalten, als in die falschen Hände zu geben.

Wobei mit falschen Händen durchaus auch jene gemeint sein könnten, die bereits sind, für SORBS zu zahlen. Denn die Auflage der Verkäuferin ist es, dass SORBS auch weiterhin fachgerecht betrieben wird. Und das bedeutet unter anderem, dass zusätzlich zu den genannten Betriebskosten auch noch 42 Rack Units für SORBS bereitgestellt werden müssen. Mit einer einmaligen Zahlung ist es also nicht getan, wenn man künftig als Sponsor der Anti-Spam-Liste in Erscheinung treten möchte. Ob das durch die ohnehin umstrittene Strafzahlung an SORBS ausgeglichen werden kann, scheint fraglich.  

 

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