Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
07. Juli 2009
Posted in Internet News
Nach seinen Worten wird Facebook in diesem Jahr über 500 Millionen Dollar einnehmen und wenn man sich auf dieses Ziel nur richtig konzentriert hätte, dann wäre sogar eine Milliarde Dollar möglich gewesen. Doch es sei derzeit für Facebook wichtiger, auf Wachstum zu setzen, die Mitgliederzahl zu erhöhen und Marktanteile zu besetzen. Um den Gewinn könne man sich auch noch später Gedanken machen.
Das klingt sehr gut und lässt Hoffnung auf ein wirtschaftlich tragfähiges Modell der sozialen Netzwerke aufkommen. Erst recht, nachdem vom inzwischen kleineren Konkurrenten MySpace in jüngster Vergangenheit nur düstere Nachrichten zu hören waren und der Eigentümer Rupert Murdoch eine umfangreiche Verschlankung ankündigte - womit er in erster Linie Kündigungen meinte.
Allerdings muss Andreesens Angabe auch mit Vorsicht genossen werden. Zunächst einmal ist der vermutlich jüngste Web-Veteran - Andreesen hatte als Student schon an der Entwicklung des Netscape-Vorgängers Mosaic gearbeitet - heute Vorstandsmitglied bei Facebook. Dies auf persönliche Bitte des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg. Zugleich hat Andreesen in den letzten Tagen öffentlich gemacht, dass er zusammen mit Ben Horowitz als Risikokapitalgeber auftreten wird, und dass dazu 300 Millionen Dollar an Kapital zur Verfügung stehen.
Wenn man nun bedenkt, dass Facebook erst vor einem Monat eine Kapitalspritze von 200 Millionen Dollar von einem russischen Investor angenommen hat, dann fragt man sich schon, warum Andreesen sich nicht selbst bei Facebook finanziell engagiert. Wie es bei Reuters heißt, bereut er selbst dieses Manko und meint, er hätte sich dafür vielleicht mehr anstrengen müssen. Doch vermutlich sieht er in anderen Investitionen größere Gewinnchancen.
Denn man darf nicht vergessen, dass 500 Millionen Dollar Werbeeinnahmen nicht mit Gewinnen gleichzusetzen sind. Wie hoch der Gewinn ist, beziehungsweise ob es einen Gewinn gibt, ist auch von Andreesen nicht zu erfahren. Und über diese Frage darf weiter spekuliert werden. Etwa, wenn es um die Personalkosten geht. Einerseits wurde die Zahl der Mitarbeiter im vergangenen Jahr auf 700 geschätzt und damit sollten die Personalkosten nicht zu hoch gewesen sein.
Doch die Zahl der Mitarbeiter ist inzwischen vermutlich wieder deutlich gestiegen. Und es es scheint Facebook in den letzten Monaten mehrfach gelungen zu sein, hoch qualifizierte und damit auch teure Mitarbeiter bei Firmen wie Google abzuwerben. Das dürfte in der Bilanzen gewaltige Löcher aufgerissen haben. Erst recht, weil etliche dieser teuren Kräfte es nicht lange bei Facebook aushielten und schon bald wieder kündigten.
Links:
- Reuters Meldung
- Andreesen Posting
- Bericht des Guardian
- Paid Content
- Aktuelles Posting des Business Insider
- Posting des Business Insider vom März
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