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Ein Kommentar im Christian Science Monitor sorgt für Aufsehen: Ein ehemaliger US-Präsidentenberater schreibt in diesem Kommentar, dass man Twitter für seine Rolle bei den jüngsten Unruhen im Iran den Friedensnobelpreis verleihen sollte. Er begründet dies damit, dass Twitter zum "Fenster für die Welt" wurde, als die "traditionellen Journalisten gezwungen wurden, das Land zu verlassen".

Der ehemalige "Top-Berater für nationale Sicherheit und Kommunikator von Präsident George W. Bush" sieht zwar auch, dass andere soziale Netzwerke ihren Beitrag geleistet haben. Doch Twitters Rolle sei einzigartig gewesen. Denn während in anderen Netzwerken oft nur eine begrenzte Nutzergruppe die dort veröffentlichten Inhalten sehen könne, so sei es bei Twitter Dank der Hashtags (z.B. #iranelection) für alle Menschen möglich gewesen, sich über die Ereignisse auf dem Laufenden zu halten.

Dass dies bei bis zu 221.000 Tweets pro Stunde auf dem Höhepunkt der Unruhen gar nicht möglich war, scheint den heute offenbar unbeschäftigten PR-Experten nicht zu kümmern. Es wird ihm auch nicht ganz klar, dass man in seinem Kommentar zynische Züge erkennen kann. Etwa dann, wenn er den Tod der 16 Jahre alten Neda Agha-Soltan nutzt, um Twitter das Hohelied zu singen.

Er sieht in dem erschossenen Mädchen (und dem YouTube-Video seiner Ermordung) zwar die Stimme des Iran, doch in Twitter das Sprachrohr. Und er hat kein Problem damit, das Sprachrohr für den Nobelpreis vorzuschlagen, anstatt der Stimme: "Twitter hat uns die Geschichte von Nedas höchstem Opfer erzählt. Es erzählt uns die Geschichte des iranischen Volks, das sich danach sehnt, frei atmen zu können. Aus diesen Gründen verdient es Twitter, für den Friedensnobelpreis erwogen zu werden".

Handelte sich nicht um ein Oped, den Meinungskommentar eines unabhängigen Schreibers, dann könnte man fast meinen, der Vorschlag sei ein Stück PR-Arbeit im Sinne Twitters - oder des Autors selbst.

 

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