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Google stattet den Toolbar für Explorer und Firefox mit einer neuen Kommentierungsfunktion aus: Mit "Sidewiki" können Besucher die jeweils besuchten Seiten kommentieren oder ergänzen. Laut Pressemitteilung soll damit die "kollektive Intelligenz der Internetnutzer" genutzt werden. Schon bei diesem Satz stellen sich jedoch erste Bedenken ein.

Das Konzept, fremde Web-Seiten zu kommentieren ist schon viele Jahre alt und wird bis heute von Diensten Diigo.com oder Shiftspace.org beziehungsweise von dem Mozilla Add-on Reframe-it angeboten, um nur einige zu nennen. Viele dieser Dienste sind mangels Zuspruch oder wegen fehlender Geschäftsmodelle wieder eingegangen. Andere krebsen als Nischenmodelle vor sich hin.

Googles Sidewiki hat allerdings ganz andere Ausgangsvoraussetzungen, denn hier wird das Annotierungssystem mit dem bereits populären Toolbar gekoppelt. Wobei dieses Momentum sich im Umkehrschluss vielleicht auch positiv auf die Verbreitung des Toolbars auswirken kann. Denn viele Webmaster werden künftig kontrollieren wollen, welche Kommentare auf ihren Seiten hinterlassen wurden.

Ein anderer Unterschied zu früheren Systemen besteht darin, dass Google den Wiki-Charakter des neuen Tools insofern in den Vordergrund stellt, als die Sidewiki-Einträge von anderen Benutzern positiv oder negativ bewertet werden können. Außerdem ist es möglich, bei Google einen Missbrauch des Systems zu melden. Wobei ein Missbrauch immer dann bestehen dürfte, wenn die Sidewiki Content-Richtlinien verletzt werden.

Darin werden beispielsweise beleidigende oder drohende Äußerungen untersagt und in der Praxis wird es dem Opfer dieser Äußerungen frei stehen, sich dagegen auch auf anderem Wege zur Wehr zu setzen. Denn die Äußerungen sind zumindest theoretisch mit einem bestimmten Autor in Verbindung zu bringen. Allerdings soll es schon vorgekommen sein, dass Google-Konten mit Hilfe falscher Angaben eingerichtet wurden.

Doch zurück zum Zweck der Sidewiki-Einträge. Die genannte Bewertungsfunktion ist Teil eines Ranking-Systems, das dazu führen soll, dass die wichtigsten Einträge immer zuvorderst im Sidewiki-Feld auf der linken Seite des Browsers erscheinen. "Weniger wichtige" Einträge erscheinen erst auf den Folgeseiten. Für Site-Betreiber vielleicht wichtig: Wer sich in der Vergangenheit mit seinem Google-Konto gegenüber Google als Site-Betreiber zu erkennen gegeben hat, erhält das Recht des obersten Eintrags. Der Kritik kann damit schon im Vorfeld entgegen getreten werden.

Ob das Bewertungssystem dazu führen wird, vorrangig hilfreiche Informationen nach oben zu schaufeln, wird sich erst im Betrieb zeigen, wenn das System mit genügend Daten gefüllt ist. Die Kommentare unter google.com, erwecken bisher eher den Eindruck, dass Lobhudeleien als nützlich empfunden werden.

Überhaupt scheint es schwierig, das Sidewiki-Konzept als "Wiki" zu interpretieren. Mit einem Wikipedia-Artikel lässt sich Sidewiki jedenfalls nicht vergleichen, denn bei Google geht es nicht um einen in der Zusammenarbeit vieler Autoren erstellten Text, sondern um einen Pool von Kommentaren. Auf diesem Weg kann also kein "Ganzes" entstehen, kein geschlossener Beitrag, der ein bestimmtes Thema behandelt. Vielmehr wird man von Sidewiki im Idealfall eine Kommentar- oder Argumentesammlung erwarten dürfen, die eine bestehende Seite als Informationsquelle ergänzt.

Wobei eben doch nicht auszuschließen ist, dass Sidewiki in erster Linie ein Tummelplatz für Spammer und Trolle wird. Und möglicherweise eine Drainage für Kommentare, die sonst direkt auf der Seite hinterlassen würden. Denn wer will sich jetzt noch auf einer bestimmten Site oder einem Blog einloggen, beziehungsweise sich identifizieren und eine Zensur des eigenen Kommentars riskieren, wenn das mit Sidewiki viel eleganter zu machen ist?

Eine Drainage in diesem Sinn kann aber auch Vorteile haben, wie man bei Wikipedia.org bereits erkannt hat. Dort steht zur Zeit als erster Sidewiki-Kommentar die Bitte, Wikipedia in jeder Form zu unterstützen, aber das "witzige, auf Fäkalien zentrierte Geschreibsel hier drüben im Sidewiki zu belassen". Ob die Betreiber politischer Sites im deutschen Wahlkampf das Gleiche denken?

 

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