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Googles Bekanntgabe anlässlich der Frankfurter Buchmesse, im kommenden Jahr unter dem Namen Google Editions einen eigenen Handel mit elektronischen Büchern zu starten, ist bisher noch etwas unpräzise. Aber vielleicht wollte man sich damit der oberflächlichen Art und Weise anpassen, mit der Angela Merkel ("Buchmesse unter wunderbaren Vorzeichen") Googles Buchprojekte pauschal verdammte.

Gestartet wird das Google Projekt jedenfalls in der ersten Jahreshälfte mit voraussichtlich 500.000 Büchern, deren Verleger bereits Partnerunternehmen Googles sind. Davon gibt es zur Zeit weltweit 30.000, 9.000 sind in Europa zu finden). Welche Verleger oder auch Händler den Verkauf genehmigen, auf welchen Geräten diese eBooks gelesen werden können, oder ob dabei unterschiedliche Formate angeboten werden, das alles bleibt bisher noch unklar.

Klar scheint nur, dass Google mit seinen Editions sich auch erstmals in die Wertschöpfungskette des Buchhandels einklinken möchte. Google plant zwar auch schon recht konkret einen On demand-Vetrieb für gemeinfreie Bücher. Doch die Beteiligung, die die Suchmaschine aus diesem Geschäft ziehen will, soll für karitative Zwecke verwandt werden.

Im Handel mit den eBooks will man sich dagegen ein eigenes Scheibchen abschneiden. Bei Büchern, die Google selbst verkauft, will Google 37% des Verkaufspreises für sich einbehalten und 63% an die Verleger abtreten. Bei eBooks, die dagegen über den Handel abgesetzt werden, soll der Anteil der Verleger 45% betragen und die Händler sollen von den verbleibenden 55% den überwiegenden Teil erhalten.

Damit wären also (endlich) die Weichen für eine möglicherweise zweite bedeutende Einnahmequelle der Suchmaschine gestellt. Auch wenn diese Quelle vielleicht erst in einigen Jahren so richtig sprudelt. Im vergangenen Jahr wurden laut Schätzungen des Verlegerverbands AAP in den USA gerade 113 Millionen Dollar für elektronische Bücher ausgegeben.

Doch das kann sich noch ändern, denn der Markt für gedruckte Bücher hatte im Jahr 2008 in den USA alleine ein Volumen von 24,8 Milliarden Dollar. Das bedeutet beträchtliches Entwicklungs-Potential für die elektronischen Bücher. Wenn allerdings in Zukunft nicht mehr Bücher als heute gelesen werden, dann müssen zwangsläufig die verkauften elektronischen Bücher zu Einnahmenausfällen bei den konventionellen Büchern führen. Für die Wälder sind das gute Nachrichten, für den Buchhändler nicht.

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