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Brewster Kahle, der Gründer des Internet-Archivs und des Statistik-Dienstes Alexa, sorgt für Schlagzeilen. Medienberichte zeigen sich begeistert von seiner Ankündigung eines Bookservers. Womit ein offenes System für den Handel mit elektronischen Büchern gemeint ist, die angeblich auf jedem beliebigen Lesegerät genutzt werden können.

CNet sieht darin eine Ankündigung, die Amazon in die Knie zwingen könnte. Und genau diese Vermutung lässt Zweifel an der Darstellung aufkommen. Denn Kahle ist keineswegs ein Widersacher Amazons, sondern seit vielen Jahren ein treuer Partner des Buchhändlers. Nicht nur, weil er einst im Jahr 1999 sein Alexa-Projekt an Amazon für Aktien im Wert von 250 Millionen Dollar verkaufte.

Kahles noch heute aktives "Internet Archive" könnte ohne die Hilfe von Amazon vermutlich gar nicht existieren. Denn die Archiv-Daten, die von der WaybackMachine des Archivs geliefert werden, stammen direkt von Alexa und damit von Amazon.

Vor diesem Hintergrund wäre es eher unwahrscheinlich, wenn Kahle dem Buchhändler mit einem konkurrierenden Buchprojekt in den Rücken fallen würde. Das übrigens auch, wo doch das Archiv gerade mit Amazon, Microsoft und Yahoo eine gemeinsame Allianz gegen Google Books geschmiedet hat. Kahle hat ansonsten mit seiner Open Content Alliance schon zuvor Kritik an Google Books geübt.

Wobei seine Hauptkritik darin bestand, dass eine nur für Google geltende Genehmigung zur Verwertung verwaister Werke alle anderen Anbieter auf dem Buchmarkt aus dem Rennen werfen würde. Was für seinen Bookserver sicher ebenso gilt wie Amazon. Man muss aus diesen Zusammenhängen nicht unbedingt ableiten, dass Kahles Projekte nur scheinbar dem Zweck dient, eine Art unabhängige Gegenbewegung zu Googles kommerziellen Plänen zu sein. Doch seine Verbindungen zu Amazon sind zu eng, als dass man sie ignorieren könnte.

Und was sein BookServer bisher an Inhalten zu bieten hat, reicht an die hohen Erwartungen ebenfalls nicht heran. Benutzt man die Suchmaschine des Projekts, so findet man in erster Linie gemeinfreie Werke oder Bücher, die von dem Nonprofit-Projekt Feedbooks verbreitet. Das ist nicht die Umgebung, die sich Verlage wünschen, um Bücher zu verkaufen. Doch es reicht, um sich als offenes Projekt darzustellen, das sich gegen "die Großen" zur Wehr setzt, auch wenn sich die spürbaren Aktionen vor allem gegen den einen Großen richten.

 

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