suedtirol-wellnessWellness Südtirol

In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Überraschend gab Google gestern Abend den Start eines eigenen, offenen Domain Name Service bekannt. Ändert der Anwender seine DNS-Einstellungen auf 8.8.8.8 und 8.8.4.4, so werden DNS-Abfragen künftig von Name Servern in Kalifornien beantwortet.

Als Vorteil dieser Maßnahme nennt Google in erster Linie die Geschwindigkeit. Was sich allerdings für Anwender außerhalb der USA kaum verallgemeinern lässt. Erwartbar dürften diese Anwender kaum einen Geschwindigkeitsvorteil erfahren. Wobei sich die Frage stellt, ob Anwender bisher schon Nachteile bezüglich der Geschwindigkeit bemerkten.

Ein spürbarer Vorteil dürfte dagegen darin bestehen, dass Google sich verpflichtet, keine Manipulationen (z.B. Filterungen, Umleitungen, Suchergebnisse) am DNS vorzunehmen. Das dürfte in erster Linie bedeuten, dass Vertipper nicht mehr auf Werbeseiten wie zum Beispiel bei den Servern der Deutschen Telekom. Es sollte aber auch bedeuten, dass Sperrlisten von Providern oder nationaler Regierungen eine geringere Rolle spielen.

Doch in vielen Kommentaren ist auch jetzt schon erkennbar, dass die Anwender in dem Angebot einen Kuhhandel sehen. Denn mit der Bereitstellung der Name Server ist Google auch in der Lage, die Internet-Nutzung eines einzelnen Anwenders noch genauer als bisher zu verfolgen. Um diesen Bedenken zuvor zu kommen, hat Google zwar eine eigene Datenschutzerklärung für den Domain Name Service erstellt.

Dort wird unter anderem versichert, dass die DNS-Daten nicht mit anderen Daten der Suchmaschine "korreliert oder kombiniert" werden. Doch viele Anwender scheinen nicht mehr davon überzeugt, sich auf Googles Angaben blind verlassen zu können.

Ob die Bedenken in diesem Fall berechtigt sind, sei dahingestellt. Immerhin handelt es sich um Googles erstes Angebot dieser Art und es erscheint durchaus realistisch, dass wichtige Entscheidungen für dieses neue Produkt erst getroffen werden können, wenn genügend Daten dazu gesammelt wurden. Auch ohne die werbemäßige Ausbeutung von Individual-Daten könnte der Service für Google einige wichtige Informationen liefern.

Und es scheint bemerkenswert was David Ulevitch zu sagen hat, der Gründer von OpenDNS und damit ein Konkurrent zu Googles DNS. Dieser begrüßt das neue Angebot unter anderem aus dem Grund, dass Googles neues Angebot einem großen Publikum klar macht, dass es hinsichtlich des DNS Wahlmöglichkeiten gibt. Vielleicht macht es den Benutzern auch klar, wie wichtig die Funktion des DNS ist und wie groß die Macht eines DNS-Anbieters ist.

 

Links:

 



Du musst Dich anmelden oder registrieren, um einen Kommentar zu schreiben.

am häufigsten aufgerufen...