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Volle 4 Jahre, nachdem die britische BBC den Ausdruck "Web Rage" erfunden hat, berichtet sie nun endlich auch über den "ersten Fall" einer solchen Raserei. Wobei damit weniger die Existenz eines sozialen Phänomens bewiesen wäre, sondern sich vielmehr die Sinnlosigkeit eines massenmedialen Schlagworts bestätigt.

Denn was die BBC an einem vermutlich nachrichtenarmen Februartag im Jahr 2002 mit Web Rage beschrieb, ließe sich vermutlich auch durch andere Erklärungen begründen. So hieß es damals unter Bezug auf eine US-Studie unter anderem, dass etwa die Hälfte aller Internet-Nutzer einmal pro Woche die Contenance verliert, weil eine Seite nicht schnell genug aufgebaut wird, oder ein "Hilfe" Link keine Hilfe bietet.

Es hieß sogar weiter, dass 2% der Befragten nach einem frustrierenden Erlebnis im WWW bereit sind, einen Arbeitskollegen zu schlagen. Doch das kann wie gesagt auch andere Ursachen haben, als nur den Frust über eine lahme Web Site. Auch der erstaunlicherweise erst jetzt gefundene erste Fall einer Web Raserei ist nur ein schwacher Beleg dafür, dass ein unvollkommen funktionierendes WWW die Gewaltbereitschaft der Menschheit maßgeblich beeinflusst.

Die Gewalttat, die von der BBC beschrieben wird, nahm zwar im Internet ihren Anfang. Denn dort lernten sich die beiden Hauptpersonen erst kennen und schätzen, um sich dann in einem islamischen Chat-Room Beleidigungen um die Ohren zu hauen. Dass dann aber einer der beiden Männer sich mit einer Spitzhacke bewaffnete, einen befreundeten Machete-Besitzer um Unterstützung bat, um dann 70 Meilen zur Wohnung seines Feindes zu fahren, kann wohl kaum dem Web zur Last gelegt werden.

Das Gleiche gilt für den Umstand, dass der derart Besuchte schon beim Öffnen der Tür ein Messer zur Verteidigung in der Hand hielt - mit dem er sich dann im Kampfgetümmel auch noch mehrfach selbst verletzte.

Wieso das Web beziehungsweise das Internet zu diesen Vorkommnissen beigetragen haben soll, bleibt der BBC-Bericht zwar schuldig. Doch der Umstand, dass es sich um den "ersten Fall einer Web Raserei" handelt, betont die Sendeanstalt mehrfach. Womit außer Frage steht, dass "Web Rage" nun zum festen Begriff der britischen Internet-Berichterstattung erhoben wurde.



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