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Ein Blog Posting des Marktforschers Flurry attestierte dem Google Nexus One für die erste Verkaufswoche enttäuschende Zahlen. Laut Flurry haben in der ersten Woche gerade 20.000 Menschen weltweit ein Nexus One erworben. Dem stellt das Unternehmen die Verkaufszahlen des Apple iPhone 3Gs gegenüber, das in der ersten Verkaufswoche im Juni 2009 von 1,6 Millionen Menschen gekauft wurde. Allerdings ist es schwierig, die kargen Angaben des Marktforschers, beziehungsweise Verkaufshelfers richtig zu interpretieren.

Die Zahlen ergeben sich lauf Flurry daraus, dass der Marktforscher mit über 10.000 Entwicklern von iPhone- und Android-Anwendern "kooperiert", und dass deren Anwendungen im Betrieb Daten an Flurry zurückliefern. So soll es laut Flurry möglich sein, 80% aller Android- und iPhone-Geräte zu überwachen. Ganz von den datenschutzrechtlichen Implikationen abgesehen, stellt sich die Frage nach der Zuverlässigkeit dieser Aussage.

Gerade im Fall des Nexus One kommt beispielsweise eine neuere Android-Version (2.1) zum Einsatz und es kann nicht sichergestellt werden, dass alle bereits verfügbaren Android-Anwendungen überhaupt kompatibel zu diesem System sind. Hinzu kommt, dass die zugrunde liegende Anwendung "Flurry Analytics" zwar für Android-Anwendungen genutzt werden kann. Doch eine weitere Anwendung, "AppCircle", die als Vertriebsnetz für Anwendungen dient und die Nutzung der Analytics-Software voraussetzt, wird nur von iPhone-Entwicklern genutzt.

Eine Verzerrung der Ergebnisse schon aufgrund dieser Umstände kann nicht ausgeschlossen werden. Noch dazu ist aber auch zu beachten, dass beim Verkaufsstart des iPhone 3Gs viele erfahrene iPhone-Nutzer sich ein persönliches "Hardware Update" gegönnt haben. Diese Benutzer waren mit dem Konzept und der Vielfalt der Anwendungen bereits vertraut. Gleiches kann man vom Start des Nexus One nicht behaupten. Flurry kann nicht sagen, wie viele Anwender erstmals ein Android-Gerät erworben und das Thema "Anwendungen" erst einmal aufgeschoben haben.

Die Zahlenangaben von Flurry sollten daher mit Vorsicht genossen werden. Schon gar nicht sollte man aus den Zahlen ableiten, dass der Nexus-Start enttäuschend verlief. Wenn sich wirklich so viele Menschen über das Nexus beschwerten, wie behauptet wird, dann kann der Verkauf gar nicht so sehr enttäuscht haben.

 

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